Gilt meine deutsche gesetzliche Krankenversicherung in Mayotte?
Nur sehr begrenzt und nur vorübergehend. Die EHIC deckt bei Reisen dringend notwendige Behandlungen nach lokalen Tarifen ab – aber nicht für Auswanderer mit dauerhaftem Wohnsitz. Wer seinen Hauptwohnsitz in Deutschland abmeldet, verliert in der Regel den GKV-Schutz vollständig. Wer dauerhaft in Mayotte lebt, braucht eine eigenständige internationale Krankenversicherung.
Ist die EHIC in Mayotte gültig?
Ja, die EHIC ist in Mayotte als EU-Département grundsätzlich gültig – aber mit wichtigen Einschränkungen. Sie gilt nur für vorübergehende Aufenthalte, deckt keine geplanten oder chronischen Behandlungen ab und schließt keinerlei Rücktransport oder medizinische Evakuierung ein. Zudem hängen die tatsächlichen Leistungen von dem ab, was das lokale Gesundheitssystem vor Ort anbieten kann.
Was kostet ein Medevac-Transport von Mayotte nach Frankreich?
Ein medizinischer Evakuierungsflug aus dem Indischen Ozean nach Frankreich oder La Réunion kann schnell fünf- bis sechsstellige Beträge erreichen, abhängig von medizinischem Aufwand, Begleitung und Transportart. Ohne eine IPMI mit eingeschlossener Medevac-Deckung tragen Betroffene diese Kosten vollständig selbst.
Kann ich mit Vorerkrankungen eine internationale Krankenversicherung für Mayotte bekommen?
Ja, in den meisten Fällen ist das möglich. Internationale Versicherer nutzen verschiedene Ansätze: Bei der vollständigen medizinischen Risikoprüfung (FMU) werden Vorerkrankungen individuell bewertet und teilweise mit Aufschlag oder Ausschluss versichert. Beim Moratoriumsprinzip werden Vorerkrankungen für einen definierten Zeitraum ausgeschlossen und danach mitversichert. Eine anonyme Risikovoranfrage klärt vorab, welche Konditionen realistisch sind – ohne Eintrag im HIS-Pool.
Was ist der Unterschied zwischen FMU und Moratorium bei der Risikoprüfung?
Bei der vollständigen medizinischen Risikoprüfung (Full Medical Underwriting, FMU) werden alle Vorerkrankungen offengelegt und individuell bewertet – mit dem Ergebnis: Ausschluss, Aufschlag oder vollständige Übernahme. Das Moratoriumsprinzip schließt Vorerkrankungen dagegen pauschal für einen Zeitraum von oft zwei bis fünf Jahren aus; treten in dieser Zeit keine Symptome auf, werden sie danach mitversichert. FMU bietet mehr Klarheit und Planungssicherheit, Moratorium ist für jüngere Auswanderer mit leichten Vorerkrankungen oft günstiger.
Reicht eine einfache Auslandsreisekrankenversicherung für Mayotte aus?
Nein. Eine Auslandsreisekrankenversicherung ist für kurzfristige Reisen konzipiert – maximal einige Wochen bis wenige Monate. Sie deckt keine chronischen Erkrankungen, keine geplanten Behandlungen und ist zeitlich begrenzt. Wer dauerhaft in Mayotte lebt, benötigt eine internationale private Krankenversicherung (IPMI), die speziell für Expats und Auswanderer entwickelt wurde.
Wie unterscheiden sich Anbieter wie April International von einem Maklervergleich bei Insurancy?
April International ist ein einzelner Anbieter mit eigenem Tarif-Portfolio. Ein Versicherungsmakler nach §34d GewO wie Insurancy vergleicht anbieterübergreifend verschiedene Tarife – darunter auch April International, Cigna, Allianz Care und weitere. Besonders bei Vorerkrankungen ist dieser marktbreite Vergleich entscheidend, da verschiedene Anbieter dieselbe Erkrankung sehr unterschiedlich bewerten. Die anonyme Risikovoranfrage bei mehreren Anbietern gleichzeitig ist nur über einen Makler möglich.
Was sollte eine gute IPMI für Mayotte mindestens enthalten?
Für Mayotte besonders wichtig: medizinische Evakuierung ohne Vorauszahlung, 24/7-Assistance-Center für Transportkoordination, weltweiter Geltungsbereich, Deckungssumme mindestens 1 Mio. Euro (besser unbegrenzt), keine langen Wartezeiten, ambulante und zahnärztliche Versorgung sowie Rücktransport nach Deutschland. Tarife ohne Medevac-Einschluss sind für Mayotte grundsätzlich ungeeignet.
Was kostet eine internationale Krankenversicherung für Mayotte im Monat?
Die Prämie hängt vor allem vom Alter und vom Gesundheitszustand ab. Ein 30-Jähriger ohne Vorerkrankungen zahlt für einen Tarif mit stationärer und ambulanter Deckung typischerweise 80 bis 180 Euro monatlich. Mit 50 Jahren und moderaten Vorerkrankungen sind 200 bis 400 Euro realistisch. Ab 65 Jahren liegen die Angebote je nach Gesundheitszustand zwischen 400 und 800 Euro, in dieser Gruppe sind die Unterschiede zwischen den Anbietern am größten. Ein jährlicher Selbstbehalt kann die Prämie um bis zu 40 Prozent senken.
Was ist die CSSM und reicht sie als Absicherung auf Mayotte aus?
Die Caisse de Sécurité Sociale de Mayotte ist die lokale Sozialversicherung des Départements. Ihr Leistungsumfang liegt deutlich unter dem des französischen Festlandsystems, und der Zugang ist an ein Beschäftigungsverhältnis sowie einen passenden Aufenthaltstitel gebunden. Selbstständige, Rentner und Freelancer haben deshalb häufig gar keinen Zugang. Selbst mit CSSM-Mitgliedschaft bleiben Facharztleistungen, spezialisierte Behandlungen und vor allem die medizinische Evakuierung ungedeckt. Als alleinige Absicherung für einen Daueraufenthalt reicht sie nicht.
Wie stark senkt ein Selbstbehalt die Prämie?
Ein jährlicher Selbstbehalt zwischen 500 und 2.500 Euro reduziert die Monatsprämie typischerweise um 20 bis 40 Prozent. Sie tragen damit kleinere Arztkosten selbst und versichern gezielt das, was Sie nicht aus eigener Tasche stemmen könnten. Wichtig für Mayotte: Der Selbstbehalt darf die Evakuierungsdeckung und die Deckungssumme nicht berühren. Genau dort zu sparen wäre das einzige echte Risiko bei der Kostenoptimierung.
Bin ich mit einer IPMI auch bei Besuchen in Deutschland versichert?
Das hängt vom Tarif ab. Viele internationale Krankenversicherungen schließen eine Heimatlanddeckung ein, typischerweise 4 bis 12 Wochen pro Versicherungsjahr. Andere Anbieter bieten diesen Baustein nur gegen Aufpreis an oder klammern das Heimatland ganz aus. Klären Sie vor dem Abschluss, wie viele Wochen pro Jahr gelten und ob sich die Frist auf einen einzelnen Aufenthalt oder auf alle Aufenthalte zusammen bezieht.