Lettland betreibt ein steuer- und beitragsfinanziertes Gesundheitssystem, das vom Nationalen Gesundheitsdienst (Nacionālais veselības dienests, NVD) verwaltet wird. Alle sozialversicherungspflichtigen Einwohner sind grundsätzlich pflichtversichert — eine Basis, die für viele Alltagsbehandlungen funktioniert.
Der Haken: Bei vielen Leistungen trägt der Patient rund 20 % der Kosten selbst. Der jährliche Höchstbetrag liegt aktuell bei 570 Euro — bei chronischen Erkrankungen oder längeren Behandlungen eine spürbare Belastung. Hinzu kommen lange Wartezeiten auf Facharzttermine, die Expats aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz so nicht gewohnt sind.
Das lettische Versicherungsvertragsgesetz (Apdrošināšanas līguma likums) wurde 2018 modernisiert und entspricht europäischen Standards. Für Expats aus DACH-Ländern bedeutet das: Das rechtliche Umfeld ist vergleichsweise transparent und verlässlich.
- 20 % Eigenbeteiligung bei den meisten Leistungen
- Jährlicher Höchstbetrag: 570 Euro Selbstbehalt
- Lange Wartezeiten im öffentlichen Facharzt-System
- Kein Zugang zu privaten Leistungserbringern über staatliche Kasse