Brauche ich als EU-Bürger überhaupt eine internationale Krankenversicherung für Österreich?
Als EU-Bürger, der in Österreich angestellt arbeitet, wirst du automatisch in der ÖGK versichert — eine eigene IPMI ist dann keine Pflicht, aber als Ergänzung sinnvoll. Wenn du nicht erwerbstätig bist, als mitgereister Familienangehöriger oder Rentner nach Österreich ziehst, musst du dich eigenständig absichern. Eine anerkannte internationale Krankenversicherung ist dann oft die einzige Option und gleichzeitig Voraussetzung für den Aufenthaltstitel.
Welche Mindestdeckung brauche ich für ein Schengen-Visum nach Österreich?
Für ein Schengen-Visum ist eine Krankenversicherung mit einer Mindestdeckungssumme von 30.000 Euro erforderlich. Die Police muss medizinisch notwendige Behandlungen, Notfallbehandlungen und — je nach Behörde — den medizinischen Rücktransport abdecken. Viele reine Reisekrankenversicherungen erfüllen diese Bedingungen zwar formal, verlieren aber ihre Gültigkeit ab einer bestimmten Aufenthaltsdauer oder bei Anmeldung im Gastland.
Wird die Krankenversicherung von Care Concept in Österreich behördlich anerkannt?
Ja, Care Concept bietet mit seinen "Care Austria"-Tarifen Produkte an, die von österreichischen Behörden, darunter die Magistratsabteilung 35 (MA 35) in Wien, anerkannt werden. Diese Tarife sind speziell für Studenten, Au-pairs und Zuwanderer konzipiert und in der Regel günstiger als klassische IPMI-Produkte. Ob sie für Ihre spezifische Situation ausreichen, hängt vom gewünschten Leistungsumfang und der Behörde ab — eine individuelle Prüfung ist empfehlenswert.
Kann ich eine internationale Krankenversicherung abschließen, wenn ich Vorerkrankungen habe?
Ja, eine Ablehnung ist nicht das Ende. Es gibt verschiedene Wege: Beim Full Medical Underwriting (FMU) wird deine Krankengeschichte individuell geprüft — das führt oft zu klareren Konditionen als pauschale Ausschlüsse. Beim Moratorium werden Vorerkrankungen für eine bestimmte Zeit ausgeschlossen, danach aber vollständig in den Schutz aufgenommen. Am wichtigsten: Eine anonyme Risikovoranfrage ermöglicht es, bei mehreren Anbietern zu prüfen, zu welchen Bedingungen eine Versicherung möglich wäre — ohne dass Ablehnungen in der Versicherungsakte landen.
Was ist der Unterschied zwischen Cigna Global und einem spezialisierten IPMI-Makler?
Cigna Global ist ein einzelner Versicherer mit eigenen Tarifstufen (Silver, Gold, Platinum). Der Abschluss direkt bei Cigna bedeutet, dass du nur deren Produktpalette vergleichst. Ein spezialisierter IPMI-Makler vergleicht hingegen anbieterübergreifend alle relevanten Versicherer und kann bei Vorerkrankungen anonym mehrere Anbieter gleichzeitig anfragen — inklusive Cigna Global. Das erhöht die Chance, die passende Lösung zu fairen Konditionen zu finden.
Was unterscheidet eine Reisekrankenversicherung von einer internationalen Krankenversicherung (IPMI)?
Eine Reisekrankenversicherung ist für vorübergehende Reisen konzipiert und erlischt in der Regel ab einer bestimmten Aufenthaltsdauer oder wenn du dich im Gastland anmeldest. Für Expats, die dauerhaft in Österreich leben, ist sie das falsche Produkt. Eine IPMI ist explizit für Menschen konzipiert, die ihren Lebensmittelpunkt ins Ausland verlagert haben — mit langfristigen Laufzeiten, weltweitem Schutz, geplanten Behandlungen und Anerkennung durch Behörden.
Wie hoch sind die Prämien für eine internationale Krankenversicherung in Österreich?
Die Prämie hängt von Alter, Gesundheitszustand, Deckungsumfang und gewähltem Selbstbehalt ab. Als Orientierung: Junge, gesunde Expats in ihren 30ern können mit Prämien ab etwa 100 bis 200 Euro monatlich für eine solide IPMI rechnen. Mit zunehmendem Alter oder umfangreicherem Schutz steigen die Kosten. Ein höherer Selbstbehalt senkt die monatliche Prämie erheblich. Ein anbieterübergreifender Vergleich lohnt sich, da die Prämien zwischen Versicherern stark variieren.
Wie unterscheiden sich Vergleichsportale wie Grenzenlos-Sicher oder Deutsche im Ausland von einer persönlichen Beratung?
Portale wie Grenzenlos-Sicher oder Deutsche im Ausland listen verfügbare IPMI-Anbieter nebeneinander und bieten einen ersten Überblick. Sie zeigen jedoch häufig nur eine Auswahl des Marktes und gehen nicht auf individuelle Besonderheiten — insbesondere Vorerkrankungen und die Möglichkeit anonymer Risikovoranfragen — ein. Eine spezialisierte Beratung durch einen erfahrenen Makler geht weiter: Sie vergleicht anbieterübergreifend, begleitet den Antragsprozess und findet auch für komplexe Fälle Lösungen, die kein Online-Rechner liefern kann.
Was kostet eine internationale Krankenversicherung für Österreich im Monat?
Für gesunde Erwachsene unter 40 beginnen Einstiegstarife bei rund 58 Euro und reichen bis etwa 95 Euro im Monat. Umfassendere Tarife mit weltweiter Deckung und niedrigem Selbstbehalt liegen in derselben Altersgruppe bei 120 bis 160 Euro. Ab 50 Jahren steigen die Prämien deutlich, ein voller Leistungsumfang kostet dann 200 Euro und mehr. Die typische Spanne über alle Profile hinweg liegt bei 80 bis 260 Euro monatlich. Der größte Einzelfaktor ist das Alter, danach folgen Deckungsgebiet, Selbstbehalt und Zusatzleistungen wie Zahn oder Mutterschaft.
Wie viel spare ich mit einem Europa-Tarif statt einem Weltweittarif?
Ein reiner Europa-Tarif ohne Einschluss der USA und Kanadas ist oft 30 bis 50 Prozent günstiger als ein weltweiter Tarif. Für die meisten Expats, die dauerhaft in Österreich leben, reicht diese Region aus. Der Weltweitschutz lohnt sich erst, wenn du regelmäßig nach Nordamerika reist oder dort beruflich zu tun hast. Wichtig für den Aufenthaltstitel: Das Gültigkeitsgebiet muss Österreich beziehungsweise Europa ausdrücklich umfassen, sonst erkennt die Behörde den Nachweis nicht an.
Mit welchem Zuschlag muss ich bei einer chronischen Erkrankung rechnen?
Gut eingestellte chronische Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Typ-2-Diabetes werden von mehreren Anbietern per Full Medical Underwriting mitversichert, in der Regel mit einem Risikozuschlag von 10 bis 25 Prozent auf die Grundprämie. In einem konkreten Fall lag der Zuschlag bei 15 Prozent, zwei von fünf angefragten Anbietern machten dieses Angebot, ein dritter hätte die Erkrankung ganz ausgeschlossen. Genau deshalb lohnt die anonyme Risikovoranfrage: Sie zeigt vorab, wer zu welchen Konditionen bereit ist, ohne dass eine Ablehnung in deiner Akte landet. Ein Moratorium ist bei laufender Medikation meist die schlechtere Wahl, weil die Wartezeit von 24 Monaten kein realistischer Puffer ist.
Lohnt sich eine Familienpolice gegenüber einzelnen Verträgen?
In den meisten Fällen ja. Familientarife versichern Kinder zu vergünstigten Sätzen mit und kommen dadurch bis zu 30 Prozent günstiger als separate Einzelpolicen. In einem typischen Fall zahlte eine Mutter mit zwei Kindern im Grundschulalter rund 210 Euro im Monat, Mutterschaftsleistungen und Kindervorsorge eingeschlossen. Sinnvoll ist die Familienpolice vor allem dann, wenn ein Elternteil bereits über die ÖGK pflichtversichert ist und nur der Rest der Familie eine eigene Absicherung braucht. Achte zusätzlich auf Direktabrechnung, damit du bei jedem Kinderarztbesuch nicht in Vorleistung gehen musst.