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Was kostet eine internationale Krankenversicherung für Österreich wirklich?

Auswanderer und Expats in Österreich brauchen mehr als eine Reiseversicherung. Dieser Leitfaden zeigt die echten Kostenfaktoren, konkrete Preisspannen, die Anforderungen der MA 35 – und wie Sie trotz Vorerkrankung vollständigen Schutz finden.

  • ab 80 € Basisschutz/Monat
  • 12 Anbieter IPMI im Vergleich
  • HIS-Pool Risiko bei Fehlanträgen
André Disselkamp
Autor & ExperteAndré Disselkamp
Co-Founder & IKV-Spezialist · Insurancy · DVA-zertifiziert
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Co-Founder Insurancy. Seit 2021 spezialisiert auf internationale Krankenversicherung — von Digital Nomads über Auswanderer bis Ruhestand im Ausland. Vermittelt unabhängig zwischen Genki, BDAE, Cigna, Morgan Price und 8+ weiteren IPMI-Anbietern.
IKV-SpezialistExpat-VersicherungDVA-zertifiziertIHK Vermittler
Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Alter ist der stärkste Preistreiber. Eine 55-jährige Person zahlt für einen vergleichbaren IPMI-Tarif bis zu viermal mehr als eine 30-jährige. Ein Abschluss vor dem nächsten Geburtstag kann die Prämie jahrelang einfrieren.
  • MA 35 verlangt nachweislichen Versicherungsschutz. Für Aufenthaltstitel in Wien prüft die Magistratsabteilung 35 explizit, ob eine ausreichende Krankenversicherung vorliegt. Nicht jeder Tarif erfüllt diese Anforderung – die Anerkennung vor Vertragsabschluss schriftlich bestätigen lassen.
  • Vorerkrankung ist kein Ausschlussgrund. FMU, Moratorium und anonyme Risikovoranfrage ermöglichen auch bei bestehenden Erkrankungen umfassenden Schutz – wenn die richtige Reihenfolge eingehalten wird. Mehr dazu unter Vorerkrankungen in der internationalen Krankenversicherung.
  • Fehlanträge erzeugen HIS-Pool-Einträge. Wer ohne Vorbereitung einen formellen Antrag stellt und abgelehnt wird, riskiert einen Eintrag im Hinweis- und Informationssystem der Versicherungswirtschaft, der künftige Anträge erschwert.
  • Günstigste Tarife decken Langzeitbedarf nicht. Angebote ab 51 €/Monat richten sich an junge Studierende mit temporärem Aufenthalt. Expats und Auswanderer benötigen vollwertige IPMI mit ambulanter Versorgung, Zahnleistungen und unbegrenzter Deckungssumme.
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KOSTENFAKTOREN IM ÜBERBLICK

So stark variieren die Prämien je nach Profil

Diese Richtwerte basieren auf marktüblichen IPMI-Tarifen mit Abdeckung für Österreich – ohne Selbstbehalt, ohne Vorerkrankungszuschlag.

80–130 €
30 Jahre, Basisschutz EuropaStationäre Behandlung und Notfälle, keine ambulante Vollversorgung, kein Zahnschutz.
150–230 €
45 Jahre, Basisschutz EuropaVergleichbarer Leistungsumfang, aber durch Altersstufe deutlich höhere Prämie als mit 30.
200–350 €
30 Jahre, Premiumschutz weltweitAmbulante Vollversorgung, Zahnleistungen, Vorsorge, weltweite Deckung inkl. USA/Kanada.
550–900 €
55 Jahre, Premiumschutz weltweitGleicher Leistungsumfang wie oben, aber das Alter verdreifacht bis vervierfacht die Prämie.
20–40 %
Prämienersparnis durch SelbstbehaltEin jährlicher Selbstbehalt von 500–2.500 € senkt die monatliche Prämie spürbar für gesunde, liquide Versicherte.
individuell
45 Jahre mit VorerkrankungKonditionen entstehen erst nach Risikoprüfung – anonyme Voranfrage klärt reale Optionen, bevor ein formeller Antrag gestellt wird.
Achtung: Einstiegspreise trügen
Angebote wie jene von Care Concept ab 51 €/Monat richten sich an junge Studierende, Sprachschüler und Au-pairs für temporäre Aufenthalte. Sie entsprechen nicht dem Leistungsumfang einer vollwertigen IPMI für Langzeit-Expats. Ambulante Behandlungen, Zahnersatz und chronische Erkrankungen sind in diesen Tarifen häufig nicht oder nur begrenzt abgedeckt. Ein Vergleich muss deshalb immer auf Basis identischer Leistungsbausteine erfolgen – nie auf Basis des günstigsten Einstiegspreises.
KRANKENVERSICHERUNGSPFLICHT

Was Expats und Auswanderer in Österreich wissen müssen

Österreich kennt eine allgemeine Krankenversicherungspflicht. Die Form des Nachweises hängt von Ihrem Status ab.

Wer braucht eine internationale Krankenversicherung?

Nicht jeder Expat in Österreich muss privat versichern – aber bestimmte Gruppen haben keine andere Wahl.

Wer in Österreich sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist, wird automatisch in die gesetzliche Krankenversicherung (ÖGK – Österreichische Gesundheitskasse) eingegliedert. Für diese Gruppe stellt sich die Frage nach einer internationalen Krankenversicherung meist nicht als Pflicht, sondern als optionale Ergänzung.

Für folgende Gruppen gilt das nicht: Selbstständige und Freiberufler ohne österreichische Sozialversicherungspflicht, Rentner und Frührentner die ihren Wohnsitz nach Österreich verlegen, digitale Nomaden mit ausländischen Einnahmen sowie Familienangehörige, die nicht selbst erwerbstätig sind. Diese Gruppen müssen eine private Krankenversicherung nachweisen, die dem österreichischen Standard entspricht. Eine IPMI kann diese Funktion übernehmen – sofern sie die richtigen Kriterien erfüllt.

MA 35 Anerkennung: So stellen Sie sicher, dass Ihr Schutz zählt

Die Wiener Aufenthaltsbehörde prüft genau, ob Ihre Versicherung ausreicht – diese Punkte sind entscheidend.

Die Magistratsabteilung 35 (MA 35) in Wien ist zuständig für Aufenthaltstitel und prüft bei Anträgen explizit, ob eine ausreichende Krankenversicherung vorliegt. Entscheidend sind dabei: eine unbegrenzte Deckungssumme oder zumindest ein Betrag, der ernsthafte Erkrankungen abdeckt, sowie die Gültigkeit für das gesamte Aufenthaltsgebiet.

Anbieter wie Care Concept bewerben ihre Tarife explizit mit der Anerkennung durch die MA 35. Das ist ein wichtiges Kriterium – aber es gilt nicht automatisch für alle Tarife eines Anbieters. Holen Sie die schriftliche Bestätigung der behördlichen Anerkennung vor Vertragsabschluss ein, nicht danach. Eine nachträgliche Ablehnung durch die MA 35 kann die gesamte Aufenthaltserlaubnis gefährden.

  • Deckungssumme unbegrenzt oder mindestens ausreichend für schwerwiegende Erkrankungen
  • Gültigkeit für Österreich als primäres Aufenthaltsgebiet
  • Schriftliche Bestätigung der MA-35-Anerkennung vom Anbieter einholen
  • Nicht alle Tarife eines Anbieters erfüllen automatisch die Behördenanforderungen

Lokale ÖGK vs. internationale IPMI: Die Unterschiede auf einen Blick

Beide Systeme haben blinde Flecken – welches für Sie passt, hängt von Ihrem Beschäftigungsstatus ab.

Die österreichische Gesetzliche Krankenversicherung über die ÖGK bietet solide Grundversorgung, aber keine weltweite Deckung. Wer regelmäßig international reist oder in anderen Ländern Behandlungen benötigt, hat mit der ÖGK allein Lücken.

Eine IPMI ergänzt oder ersetzt die ÖGK je nach Status. Für Arbeitnehmer, die in die ÖGK eingegliedert sind, kann eine IPMI als Zusatzabsicherung für Privatbehandlungen, Auslandsaufenthalte und Leistungen dienen, die das gesetzliche System nicht abdeckt – beispielsweise Zahnersatz, Psychotherapie oder Wahlarzthonorare.

Für Selbstständige, Rentner und digitale Nomaden ohne ÖGK-Pflichtversicherung ist die IPMI das primäre Sicherheitsnetz und muss entsprechend umfassend ausgewählt werden.

VORERKRANKUNGEN

Der richtige Weg zur Versicherung trotz Vorerkrankung

Diese Reihenfolge schützt vor HIS-Pool-Einträgen und sichert die besten Konditionen.

  1. 1
    Anonyme Risikovoranfrage stellenSchritt 1

    Noch vor jedem formellen Antrag wird die Krankengeschichte anonym bei mehreren IPMI-Anbietern eingereicht. Das Ergebnis: reale Angebote und Konditionen, bevor ein Name oder eine Police-Nummer ins Spiel kommt. Kein HIS-Pool-Risiko in dieser Phase.

  2. 2
    FMU oder Moratorium abwägenSchritt 2

    Full Medical Underwriting (FMU) prüft die gesamte Krankengeschichte vorab – Sie wissen vor Vertragsabschluss exakt, was abgedeckt ist und was ausgeschlossen wird. Das Moratorium setzt bestehende Erkrankungen für eine Wartezeit (meist zwei Jahre) aus dem Schutz, ohne vollständige Gesundheitsprüfung. Für Personen mit stabilen, kontrollierten Erkrankungen kann das Moratorium attraktiv sein.

  3. 3
    Angebote und Konditionen auswertenSchritt 3

    Die anonymen Rückmeldungen der Anbieter werden vergleichend ausgewertet. Welcher der 12 IPMI-Hauptanbieter ist bei welchem Erkrankungsbild kulanter? Welche Tarife schließen bestimmte Vorerkrankungen vollständig aus, welche bieten Zuschläge statt Ausschlüsse?

  4. 4
    Formellen Antrag nur beim besten Anbieter einreichenSchritt 4

    Erst nach vollständiger Auswertung wird der eine formelle Antrag beim am besten geeigneten Anbieter gestellt. Mehrfache Anträge bei verschiedenen Anbietern erhöhen das HIS-Pool-Risiko erheblich.

  5. 5
    Bei Problemen: Beratung, kein NeuantragSchritt 5

    Sollte ein Antrag wider Erwarten abgelehnt werden, ist der nächste Schritt professionelle Beratung – nicht ein weiterer Direktantrag bei einem anderen Anbieter. Jede weitere Ablehnung verfestigt den HIS-Pool-Eintrag und verschlechtert künftige Chancen.

GESUNDHEITSPRÜFUNGS-METHODEN

FMU oder Moratorium: Welcher Weg passt bei Vorerkrankungen?

Beide Methoden ermöglichen Versicherungsschutz trotz Vorerkrankung – aber mit sehr unterschiedlichen Trade-offs.

Full Medical Underwriting (FMU)

Vollständige Prüfung vorab – maximale Klarheit
  • GesundheitsprüfungVollständiger Fragebogen zur Krankengeschichte erforderlich
  • EntscheidungszeitpunktKonditionen stehen vor Vertragsabschluss verbindlich fest
  • Vorerkrankungen im SchutzVorerkrankungen werden als Zuschlag oder Ausschluss klar definiert
  • WartezeitKeine Wartezeit nach Vertragsabschluss für abgedeckte Leistungen
  • HIS-Pool-RisikoRisiko eines HIS-Pool-Eintrags bei Ablehnung ohne Voranfrage
  • PlanungssicherheitVolle Planungssicherheit über Ausschlüsse und Prämien vor Abschluss

Moratorium

Kein Fragebogen – aber Wartezeit für Vorerkrankungen
  • GesundheitsprüfungKein vollständiger Gesundheitsfragebogen notwendig
  • EntscheidungszeitpunktVorerkrankungs-Ausschluss gilt pauschal für zwei Jahre ab Abschluss
  • Vorerkrankungen im SchutzNach Ablauf der Wartezeit oft vollständige Mitversicherung möglich
  • WartezeitWartezeit von typisch 24 Monaten für alle bestehenden Erkrankungen
  • HIS-Pool-RisikoGeringeres HIS-Pool-Risiko da keine Prüfung und seltenere Ablehnung
  • PlanungssicherheitUnsicherheit: Ob Erkrankung nach 2 Jahren als 'vorbestehend' gilt, kann strittig sein
IPMI-ANBIETER IM VERGLEICH

Diese 12 Anbieter decken den Markt für Österreich-Expats ab

Kein Anbieter ist in jeder Situation die beste Wahl. Entscheidend ist die Passung zwischen Ihrem Profil und den spezifischen Stärken des jeweiligen Tarifs.

April International
Flexibel modulierbar – gut für preisbewusste Expats, die ihren Schutz individuell zusammenstellen wollen.
ZielgruppePreisbewusste Expats, flexible Absicherung
ab/Monatab ca. 100 €
Details →
BDAE
Langjährige Erfahrung mit deutschen Auswanderern, solide Basisprodukte, kooperiert mit Auswanderer-Portalen.
ZielgruppeDeutsche Auswanderer, Langzeitexpats
ab/Monatab ca. 90 €
Details →
Cigna Global
Weltweite Präsenz mit Österreich-Fokus in der Produktkommunikation – stark für Expats mit internationalem Lebensstil.
ZielgruppeInternational mobile Expats
ab/Monatab ca. 120 €
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Foyer Global Health
Europäischer IPMI-Spezialist mit wettbewerbsfähigen Prämien und gutem Leistungs-Preis-Verhältnis.
ZielgruppeExpats in Europa, kostenorientiert
ab/Monatab ca. 150 €
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Allianz Care
Weltmarken-Standard mit starkem USA-Netzwerk, verlässliche Leistungsabwicklung.
ZielgruppeExpats in USA und kostenintensiven Ländern
ab/Monatab ca. 140 €
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Freedom Health
Langzeit-Tarif mit Altersrückstellungen, lebenslang kalkuliert.
ZielgruppeSenioren 55+, dauerhaft im Ausland Lebende
ab/Monatab ca. 210 €
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Genki
App-first, monatlich kündbar, kein fester Wohnsitz nötig.
ZielgruppeDigital Nomads, Grenzgänger mit flexibler Basis
ab/Monatab ca. 79 €
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MAWISTA
Kurzzeit- und Schengen-ready, einfacher Abschluss ab 1 Monat.
ZielgruppeStudierende, Au-pairs, Praktikanten, Sprachaufenthalte
ab/Monatab ca. 55 €
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Morgan Price
Britischer IPMI-Anbieter, hohe stationäre Deckungssummen.
ZielgruppeFamilien, Langzeit-Auslandsaufenthalte
ab/Monatab ca. 145 €
Details →
PassportCard
Cashless-Claim über eigene Debit-Karte, keine Vorfinanzierung.
ZielgruppeExpats mit häufigen Arztbesuchen, Familien
ab/Monatab ca. 98 €
Details →
ANBIETER-PROFILE

Stärken und Schwächen der wichtigsten IPMI-Anbieter für Österreich

Ein marktbreiter Vergleich geht weit über die bekannten drei Anbieter hinaus. Hier die wichtigsten Profile.

Cigna Global: Weltweite Infrastruktur, aber kein Anbietervergleich

Cigna vermarktet naturgemäß nur sich selbst – das ist der entscheidende Unterschied zu einem Maklervergleich.

Cigna Global ist einer der bekanntesten IPMI-Anbieter weltweit und positioniert sich mit länderspezifischen Informationen auch für den österreichischen Markt. Die Stärken liegen in der globalen Infrastruktur, starken Netzwerken und einer guten Lösung für Expats mit internationalem Lebensstil.

Der entscheidende Vorbehalt: Cigna vermarktet ausschließlich eigene Produkte und bietet keinen breiten Vergleich mit anderen IPMI-Anbietern. Wer ausschließlich auf der Cigna-Website recherchiert, sieht nur einen Bruchteil des Marktes. Für Expats mit Vorerkrankungen oder besonderen Anforderungen ist ein anbieterübergreifender Vergleich unerlässlich – ein Internationale Krankenversicherung im Vergleich zeigt alle relevanten Optionen.

  • Stärke: Weltweite Präsenz und starke Netzwerk-Infrastruktur
  • Stärke: Klarer Österreich-Fokus in der Produktkommunikation
  • Schwäche: Kein Vergleich mit Wettbewerbern möglich
  • Schwäche: Wenig spezifische Lösungen für komplexe Vorerkrankungen im eigenen Vertrieb

Care Concept: MA-35-Anerkennung, aber kein Langzeitschutz

Care Concept punktet bei Behörden – erfüllt aber nicht den IPMI-Bedarf von Langzeit-Expats.

Care Concept ist einer der wenigen Anbieter, die ihre Tarife explizit mit der Anerkennung durch die Magistratsabteilung 35 in Wien bewerben. Das ist für Aufenthaltstitel-Antragsteller ein relevantes Kriterium. Die Einstiegspreise ab rund 51 Euro monatlich richten sich an junge Personen für temporäre Aufenthalte – Studierende, Sprachschüler, Au-pairs.

Für Langzeit-Expats und Auswanderer mit dauerhaftem Lebensmittelpunkt in Österreich reichen diese Tarife in aller Regel nicht aus. Ambulante Vollversorgung, chronische Erkrankungen, Zahnersatz und hohe Deckungssummen für ernsthafte Erkrankungen sind in Care-Concept-Tarifen eingeschränkt oder nicht enthalten. Die günstige Prämie erkauft sich durch entsprechende Versorgungslücken.

BDAE und Deutsche im Ausland: Erfahrene Partner für Auswanderer

Langjährige Expertise für deutsche Auswanderer – aber begrenzte Anbietervielfalt im eigenen Portfolio.

Der BDAE (Bundesverband der Deutschen Arbeitgeberverbände im Ausland) ist ein etablierter Name im Markt für Auswanderer-Versicherungen. Er kooperiert mit Portalen wie deutsche-im-ausland.org und bietet solide Basisprodukte für Deutsche, die ins Ausland ziehen.

Die Einschränkung liegt in der Anbietervielfalt: BDAE vermarktet eine begrenzte Auswahl an Tarifen, nicht den gesamten IPMI-Markt. Für Expats, die die beste Lösung für ihre spezifische Situation suchen – insbesondere bei Vorerkrankungen oder besonderen Leistungsanforderungen – ist ein vollständiger Marktvergleich über alle 12 relevanten IPMI-Anbieter sinnvoller als die Beschränkung auf das BDAE-Portfolio.

Grenzenlos Sicher: Gute Kostenübersicht, kein Österreich-Fokus

Detaillierte Kostenfaktoren – aber keine spezifischen Lösungen für Vorerkrankungen oder österreichische Behördenanforderungen.

Grenzenlos Sicher bietet einen informativen Ratgeber zu internationalen Krankenversicherungskosten mit guter Aufschlüsselung von Kostenfaktoren und Preisbeispielen. Die Abgrenzung zwischen Auswanderer- und digitalen Nomaden-Bedürfnissen ist verständlich aufbereitet.

Spezifische österreichische Anforderungen – MA-35-Anerkennung, ÖGK-Pflichtversicherung, Aufenthaltstitel-Anforderungen – werden nicht adressiert. Konkrete Lösungen für Vorerkrankungen oder ein breiter Anbietervergleich mit Stärken-Schwächen-Analyse fehlen. Für Österreich-spezifische Entscheidungen ist diese Quelle als erster Überblick nützlich, reicht als alleinige Recherchequelle aber nicht aus.

FÜR WEN DIESER VERGLEICH GILT

Verschiedene Profile – unterschiedliche Anforderungen an die IPMI

Selbstständige und Freiberufler
Ohne österreichische Sozialversicherungspflicht müssen Selbstständige eine IPMI als primäres Sicherheitsnetz nachweisen. Die Versicherung muss die ÖGK vollständig ersetzen und bei Aufenthaltstiteln die MA-35-Anforderungen erfüllen. Leistungsumfang und Deckungssumme haben hier höchste Priorität.
Rentner und Auswanderer
Wer seinen Wohnsitz dauerhaft nach Österreich verlegt, braucht eine Versicherung für den Lebensabschnitt – mit Fokus auf Langzeitversorgung, Facharztbesuchen, Zahnleistungen und ggf. Vorerkrankungsmanagement. Premiumtarife amortisieren sich hier häufig.
Digitale Nomaden
Mit ausländischen Einnahmen und wechselnden Aufenthaltsorten sind digitale Nomaden in Österreich nicht ÖGK-pflichtig. Eine flexible IPMI mit weltweiter Deckung – inklusive USA/Kanada wenn relevant – ist die richtige Lösung. Europa-Policen können bei konsequentem Österreich-Aufenthalt ausreichen.
Expats mit Vorerkrankungen
Für diese Gruppe ist der Prozessweg entscheidend: anonyme Risikovoranfrage vor jedem formellen Antrag, Auswahl zwischen FMU und Moratorium, persönliche Antragsbegleitung durch einen erfahrenen Makler. Der richtige Weg verhindert HIS-Pool-Einträge und sichert optimale Konditionen.
LEISTUNGS-CHECKLISTE

Diese Punkte müssen Sie bei jedem Anbieter prüfen

Nicht jede Leistung ist für jeden Expat in Österreich gleich relevant – aber diese Punkte sollten aktiv verglichen werden.

  • MA-35-Anerkennung schriftlich bestätigenFür Aufenthaltstitel-Antragsteller in Wien ist die behördliche Anerkennung Pflicht. Bestätigung vor Vertragsabschluss einholen.
  • Unbegrenzte oder ausreichende DeckungssummeBegrenzte Deckungssummen erschöpfen sich bei schwerwiegenden Erkrankungen schnell. Österreichische Behörden verlangen ausreichende Abdeckung.
  • Ambulante Versorgung explizit prüfenViele Basisschutz-Tarife schließen ambulante Behandlungen aus. In Österreich sind Kassensystem-Lücken real – ambulanter Schutz relevant.
  • Wartezeiten für spezifische LeistungenDrei bis sechs Monate Wartezeit für Zahnleistungen, Mutterschaft oder psychische Erkrankungen sind marktüblich. Vorab klären.
  • Rückführungskosten und AssistanceOft unterschätzt, im Ernstfall aber teuer. Medizinischer Rücktransport kann fünfstellige Beträge kosten – sollte in keiner Police fehlen. Mehr dazu unter medizinische Versorgung in der internationalen Krankenversicherung.
  • Psychische Erkrankungen im SchutzumfangViele Tarife schließen psychische Erkrankungen aus oder begrenzen stark. Bei diesem Punkt explizit im Bedingungswerk nachfragen.
  • Zahnleistungen als separates ModulZahnersatz ist oft als Zusatzmodul buchbar. Für Expats mit geplantem Zahnersatz lohnt sich dieses Modul meist.
  • Mutterschaft und GeburtsleistungenBei Familienplanung ein entscheidendes Kriterium mit erheblichen Unterschieden zwischen Anbietern – und oft langen Wartezeiten.
Abschluss vor dem Umzug spart Wartezeiten und Prämien
Viele IPMI-Anbieter verlangen bei einem Abschluss vor dem Umzug nach Österreich keine Wartezeiten, während diese nach bereits erfolgtem Ortswechsel greifen können. Zudem fällt die Gesundheitsprüfung im Zielland oft strenger aus. Wer den Abschluss noch in Deutschland plant, sichert sich häufig günstigere Konditionen – und beginnt den Versicherungsschutz ohne Lücken vom ersten Tag in Österreich an.
HÄUFIGE FRAGEN

Internationale Krankenversicherung Österreich: Ihre Fragen beantwortet

Welche Versicherung akzeptiert die MA 35 in Wien für den Aufenthaltstitel?
Die Magistratsabteilung 35 verlangt eine Krankenversicherung mit ausreichender Deckungssumme für ernsthafte Erkrankungen und Gültigkeit für das gesamte Aufenthaltsgebiet. Nicht jeder Tarif eines Anbieters erfüllt diese Anforderungen automatisch. Anbieter wie Care Concept bewerben bestimmte Tarife explizit mit MA-35-Anerkennung. Wichtig: Die schriftliche Bestätigung der behördlichen Anerkennung immer vor Vertragsabschluss einholen – eine nachträgliche Ablehnung durch die Behörde kann die Aufenthaltserlaubnis gefährden.
Was kostet eine internationale Krankenversicherung in Österreich für eine 45-jährige Person?
Für eine 45-jährige, gesunde Person liegen die Prämien für einen IPMI-Basisschutz mit Europa-Abdeckung typischerweise zwischen 150 und 230 Euro monatlich. Ein Premiumtarif mit weltweiter Deckung, ambulanter Vollversorgung und Zahnleistungen kostet in dieser Altersgruppe etwa 350 bis 550 Euro monatlich. Mit Vorerkrankungen entstehen die Konditionen individuell nach Risikoprüfung – eine anonyme Voranfrage klärt reale Optionen, bevor ein formeller Antrag gestellt wird.
Kann ich eine internationale Krankenversicherung abschließen, wenn ich bereits in Österreich lebe?
Ja, ein Abschluss nach dem Umzug ist grundsätzlich möglich. Allerdings verlangen viele Anbieter dann Wartezeiten, die bei einem Abschluss vor dem Umzug nicht anfallen. Zudem kann die Gesundheitsprüfung nach erfolgtem Ortswechsel strenger ausfallen. Wer noch in Deutschland plant: Der Abschluss vor dem Umzug ist in aller Regel günstiger und startet ohne Wartezeiten vom ersten Tag in Österreich an.
Was ist der HIS-Pool und wie vermeide ich einen Eintrag?
Der HIS-Pool (Hinweis- und Informationssystem der deutschen Versicherungswirtschaft) erfasst Ablehnungen bei Versicherungsanträgen. Andere Versicherer können diese Einträge einsehen, was künftige Antragstellungen erheblich erschwert. Um einen Eintrag zu vermeiden, sollte vor jedem formellen Antrag eine anonyme Risikovoranfrage gestellt werden. So sind die voraussichtlichen Konditionen bekannt, bevor ein Name ins Spiel kommt – und der formelle Antrag wird nur beim am besten geeigneten Anbieter eingereicht.
Was unterscheidet Cigna Global von einem anbieterübergreifenden Vergleich?
Cigna Global ist ein etablierter IPMI-Anbieter mit weltweiter Infrastruktur und Österreich-spezifischen Informationen. Der wesentliche Unterschied zu einem Maklervergleich: Cigna vermarktet ausschließlich eigene Produkte. Wer ausschließlich auf der Cigna-Website recherchiert, sieht nur einen der 12 relevanten IPMI-Anbieter. Ein anbieterübergreifender Vergleich prüft alle relevanten Optionen – insbesondere wichtig bei Vorerkrankungen, Familien oder besonderen Leistungsanforderungen, wo Cigna möglicherweise nicht die optimale Lösung ist.
Eignen sich Care-Concept-Tarife für Langzeit-Expats in Österreich?
Care Concept bietet Tarife mit expliziter MA-35-Anerkennung und Einstiegspreisen ab rund 51 Euro monatlich. Diese richten sich primär an junge Personen für temporäre Aufenthalte – Studierende, Sprachschüler, Au-pairs. Für Langzeit-Expats und Auswanderer, die dauerhaft in Österreich leben, sind diese Tarife in aller Regel nicht ausreichend: Ambulante Vollversorgung, chronische Erkrankungen und hohe Deckungssummen für ernsthafte Erkrankungen sind eingeschränkt. Für Dauerniederlassung ist eine vollwertige IPMI mit entsprechendem Leistungsumfang notwendig.
Was passiert mit meiner IPMI, wenn ich Österreich wieder verlasse?
Die meisten IPMI-Tarife lassen sich kündigen oder auf einen anderen geografischen Geltungsbereich umstellen, wenn Sie Österreich dauerhaft verlassen. Einige Anbieter ermöglichen eine nahtlose Anpassung ohne neue Gesundheitsprüfung – vorausgesetzt, der Versicherungsschutz war durchgehend aktiv. Selbst eine Lücke von wenigen Wochen kann bei einem Neuabschluss zu einer vollständigen neuen Gesundheitsprüfung führen. Kontinuität im Versicherungsschutz ist deshalb aus versicherungstechnischen Gründen wichtig.
Welche Leistungen sollte eine internationale Krankenversicherung für Österreich mindestens enthalten?
Für einen dauerhaften Aufenthalt in Österreich sollte eine IPMI mindestens enthalten: stationäre Behandlungen mit unbegrenzter oder hoher Deckungssumme, ambulante Versorgung für Facharztbesuche, Rückführungskosten und Assistance-Leistungen sowie die ausdrückliche Gültigkeit für Österreich als primäres Aufenthaltsgebiet. Empfehlenswert sind zusätzlich Zahnleistungen (als Modul buchbar), Vorsorgeuntersuchungen und – sofern relevant – Leistungen für psychische Erkrankungen und Mutterschaft. Viele Basisschutz-Tarife decken mehrere dieser Punkte nicht oder nur eingeschränkt ab.

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