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Langfristig in Europa leben – richtig abgesichert

Eine Reisekrankenversicherung reicht nicht. Wer seinen Lebensmittelpunkt nach Europa verlagert – als Expat, digitaler Nomade oder Rentner – braucht eine vollwertige internationale Krankenversicherung (IPMI). Wir erklären, was sie kostet, worauf du achten musst und wie du die Lösung findest, die wirklich zu deiner Situation passt.

  • 12+ Anbieter im IPMI-Vergleich
  • 60–700 € Monatsbeitrag je Profil
  • 24 Monate A1-Entsendungsfrist max.
André Disselkamp
Autor & ExperteAndré Disselkamp
Co-Founder & IKV-Spezialist · Insurancy · DVA-zertifiziert
Über den AutorSchließen
Co-Founder Insurancy. Seit 2021 spezialisiert auf internationale Krankenversicherung — von Digital Nomads über Auswanderer bis Ruhestand im Ausland. Vermittelt unabhängig zwischen Genki, BDAE, Cigna, Morgan Price und 8+ weiteren IPMI-Anbietern.
IKV-SpezialistExpat-VersicherungDVA-zertifiziertIHK Vermittler
Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • EHIC und GKV reichen nicht. Die Europäische Krankenversicherungskarte gilt nur für vorübergehende Aufenthalte. Wer dauerhaft im Ausland lebt, verliert seinen GKV-Anspruch – eine IPMI schließt diese Lücke.
  • Vorerkrankungen sind kein Ausschlussgrund. Die meisten Menschen mit Vorerkrankungen erhalten Versicherungsschutz – mit Zuschlag oder Ausschluss. Eine anonyme Risikovoranfrage klärt die Optionen, ohne einen HIS-Pool-Eintrag zu riskieren.
  • Preis ist nicht alles. Günstige Tarife haben oft Leistungsgrenzen, hohe Zuzahlungen oder schwachen Kundenservice. Der Unterschied zwischen bestem und günstigstem Angebot bei gleichen Leistungen beträgt oft 30–50 %.
  • Visa-Konformität prüfen. Spanien, Portugal und andere Zielländer verlangen für bestimmte Visa-Kategorien eine Mindestdeckung. Nicht jede IPMI erfüllt diese Anforderungen automatisch.
  • Früh abschließen spart Geld. Der Einstiegsbeitrag steigt mit dem Alter erheblich. Wer mit 55 vorsorgt, zahlt deutlich weniger als jemand, der erst mit 65 Jahren erstmals eine IPMI beantragt.
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PRODUKT-VERGLEICH

IPMI vs. Reisekrankenversicherung

Beide Produkte klingen ähnlich – sind aber für völlig unterschiedliche Lebenssituationen gemacht. Hier die entscheidenden Unterschiede auf einen Blick.

Internationale Krankenversicherung (IPMI)

Vollwertige Gesundheitsversorgung für das Leben im Ausland
  • LaufzeitLangfristig, oft unbegrenzt verlängerbar
  • LeistungsumfangUmfassende Versorgung: Arzt, Krankenhaus, Medikamente, Vorsorge
  • Chronische ErkrankungenJe nach Tarif und Anbieter mitversicherbar
  • Expat-EignungVollständig geeignet – konzipiert für dauerhafte Auslandsaufenthalte
  • VorsorgeuntersuchungenIn Premiumtarifen enthalten
  • Typische ZielgruppeExpats, Selbstständige, Rentner, digital Nomaden

Reisekrankenversicherung

Notfallabsicherung für kurzfristige Reisen
  • LaufzeitWochen bis maximal 1–2 Jahre
  • LeistungsumfangPrimär Notfallbehandlung und Rücktransport
  • Chronische ErkrankungenOft explizit ausgeschlossen
  • Expat-EignungNicht geeignet für dauerhaften Auslandsaufenthalt
  • VorsorgeuntersuchungenIn der Regel nicht enthalten
  • Typische ZielgruppeUrlauber, Geschäftsreisende
FÜR WEN DIESER LEITFADEN GILT

Wer braucht eine internationale Krankenversicherung in Europa?

Entsandte Arbeitnehmer
Wer von einem deutschen Unternehmen ins europäische Ausland geschickt wird, bleibt zunächst im deutschen Sozialversicherungssystem (A1-Bescheinigung, max. 24 Monate). Danach entsteht Versicherungspflicht im Aufnahmeland – oder eine IPMI wird zur sicheren Alternative.
Digitale Nomaden
Wer mehrere Monate in verschiedenen europäischen Ländern verbringt, braucht eine Police, die überall gilt – auch ohne festen Wohnsitz. Ab einem Aufenthalt von 3–6 Monaten können zudem Sozialversicherungspflichten im Aufnahmeland entstehen.
Rentner in Südeuropa
Immer mehr Deutsche verbringen ihren Ruhestand in Spanien, Portugal oder Griechenland. Das öffentliche System ist für nicht-einheimische Rentner oft nur eingeschränkt zugänglich. Eine IPMI bietet komfortablen, planbaren Schutz – umso günstiger, je früher sie abgeschlossen wird.
Selbstständige & Familien
Selbstständige in mehreren EU-Ländern sind oft in keinem nationalen System ausreichend abgesichert. Familien benötigen Tarife, die Vorsorgeuntersuchungen und Kinderarztbesuche abdecken. Für beide Gruppen ist eine IPMI häufig die einzige sinnvolle Lösung.
EU-REGELWERK VERSTEHEN

EU, EWR und Schweiz: Wie das europäische Regelwerk deine Absicherung beeinflusst

Europa ist kein einheitlicher Versicherungsraum. Wer die Spielregeln kennt, trifft deutlich bessere Entscheidungen.

Die EU-Sozialversicherungsverordnung: Was sie leistet

Du bist immer nur in einem Mitgliedstaat versicherungspflichtig – aber das schützt weniger als gedacht.

Die Verordnung (EG) Nr. 883/2004 koordiniert die Sozialversicherungssysteme der EU- und EWR-Mitgliedstaaten. Das Grundprinzip lautet: Du bist immer nur in einem Mitgliedstaat sozialversicherungspflichtig – in der Regel dort, wo du arbeitest oder deinen gewöhnlichen Aufenthalt hast.

Für entsandte Arbeitnehmer bedeutet das: Ein deutsches Unternehmen schickt dich für bis zu 24 Monate nach Frankreich. Du bleibst im deutschen Sozialversicherungssystem (A1-Bescheinigung). Deine gesetzliche Krankenversicherung gilt weiterhin – aber nur für diesen Zeitraum. Danach musst du dich im Aufnahmeland versichern oder hast eine IPMI als Ergänzung.

Bei lokaler Anstellung in Portugal verlässt du das deutsche System und trittst dem portugiesischen bei. In vielen südeuropäischen Ländern gibt es erhebliche Wartezeiten, begrenzte Leistungen oder eine starke Zweiklassenmedizin. Eine IPMI als Ergänzung ist dann sinnvoll.

EU/EWR vs. Nicht-EU-Länder: Warum der Unterschied zählt

Großbritannien nach Brexit, Türkei, Westbalkan – außerhalb der EU gelten andere Regeln.

Innerhalb der EU und des EWR (Norwegen, Island, Liechtenstein) sowie der Schweiz gelten die Koordinierungsregeln – es gibt zumindest eine rechtliche Grundlage. In Nicht-EU-Ländern gibt es diese Koordinierung nicht.

Für Expats in Großbritannien gilt seit 2021: Die EHIC ist nicht mehr gültig. Wer dort lebt und arbeitet, braucht entweder Zugang zum NHS (an Aufenthaltsstatus und Visa geknüpft) oder eine private IPMI. Gleiches gilt für die Türkei und den Westbalkan.

Was die EHIC-Karte kann – und was nicht

Die EHIC sichert Notfälle ab, ersetzt aber keine vollwertige Krankenversicherung für Expats.

Die Europäische Krankenversicherungskarte ist für vorübergehende Aufenthalte gedacht: Urlaub, Dienstreisen, kurzfristige Besuche. Sie sichert dir Zugang zur staatlichen Gesundheitsversorgung zu den gleichen Konditionen wie Einheimische.

Das klingt gut, bedeutet in der Praxis aber oft: lange Wartezeiten, begrenzte Leistungen, kein Zugang zu privaten Ärzten. Für das dauerhafte Leben im Ausland ist die EHIC kein Ersatz für eine vollwertige Krankenversicherung.

KOSTENÜBERBLICK

Was eine internationale Krankenversicherung wirklich kostet

Monatsbeiträge variieren stark nach Alter, Deckungsumfang und Selbstbehalt – hier typische Richtwerte.

25–35 Jahre, Basisschutz
60–130 €
pro MonatGesunde Person, Europa-Deckung, nur stationäre Versorgung und Notfälle.
25–35 Jahre, umfassender Schutz
130–250 €
pro MonatInkl. ambulante Behandlung, Vorsorge, psychologische Betreuung.
45–55 Jahre, umfassender Schutz
250–450 €
pro MonatSteigendes Krankheitsrisiko spiegelt sich in der Prämie wider.
60–65 Jahre, umfassender Schutz
400–700 €
pro MonatFrüher Abschluss lohnt sich: Mit 55 einsteigen spart dauerhaft.
Selbstbehalt-Effekt
20–40 %
PrämienersparnisEin Jahresselbstbehalt von 500–1.000 € reduziert die Monatsprämie erheblich.
Anbietervergleich
bis 50 %
PreisunterschiedBei gleichen Leistungen kann der Beitrag zwischen Anbietern um 30–50 % abweichen.
Versteckte Kosten – diese Fallstricke übersehen viele
Neben der monatlichen Prämie lauern weitere Kostenfallen: Lokale Zuzahlungen können sich summieren. Günstige Tarife haben Obergrenzen für bestimmte Behandlungen (z.B. 500 € pro Jahr für Physiotherapie). Wer eine IPMI kündigt und zurück nach Deutschland möchte, kann in der PKV auf Schwierigkeiten stoßen. Besonders kritisch: Ein HIS-Pool-Eintrag bei abgelehnten Anträgen beeinträchtigt künftige Versicherbarkeit langfristig. Spanien und Portugal verlangen für bestimmte Visa zudem eine Mindestdeckung – nicht jede IPMI erfüllt diese Anforderungen automatisch.
VORERKRANKUNGEN

Vorerkrankungen und IPMI: Kein Grund zur Resignation

Die meisten Menschen mit Vorerkrankungen erhalten Versicherungsschutz. Die richtige Strategie macht den Unterschied.

Wie Versicherer mit Vorerkrankungen umgehen

Vier mögliche Reaktionen – Ablehnung ist die Ausnahme, nicht die Regel.

Die meisten Menschen mit Vorerkrankungen fallen in Kategorie 2 oder 3 – nicht in Kategorie 4. Lass dich also nicht entmutigen, bevor du die Optionen geprüft hast.

  • Vollständige Aufnahme ohne Einschränkung – möglich bei leichten oder weit zurückliegenden Erkrankungen
  • Aufnahme mit Risikoausschluss – die Vorerkrankung ist ausgeschlossen, alles andere versichert
  • Aufnahme mit Risikozuschlag – höhere Prämie, aber volle Deckung
  • Ablehnung – nur bei sehr schweren oder aktuell behandlungsbedürftigen Erkrankungen

Full Medical Underwriting (FMU) vs. Moratoriumsprinzip

Zwei grundlegend verschiedene Ansätze – mit sehr unterschiedlicher Planungssicherheit.

Beim Full Medical Underwriting (FMU) werden alle Vorerkrankungen beim Antrag vollständig offengelegt und bewertet. Der Versicherer entscheidet, was er zu welchen Konditionen versichert. Der Vorteil: Du weißt von Anfang an genau, was abgedeckt ist.

Beim Moratoriumsprinzip werden Vorerkrankungen der letzten fünf Jahre für einen definierten Zeitraum (meist zwei Jahre) ausgeschlossen. Danach sind sie versichert, wenn in dieser Zeit keine Behandlung stattgefunden hat. Dieses Modell ist einfacher in der Antragstellung, bietet aber weniger Planungssicherheit.

Die anonyme Risikovoranfrage: Der klügste erste Schritt

Kenne deine Optionen, bevor du unterschreibst – ohne Risiko für künftige Versicherbarkeit.

Vor dem eigentlichen Antrag kann ein erfahrener Makler eine anonyme Voranfrage bei mehreren Versicherern stellen. Dabei wird die medizinische Situation beschrieben, ohne dass dein Name genannt wird. Du erhältst konkrete Rückmeldungen, welcher Versicherer zu welchen Konditionen aufnehmen würde – ohne Risiko eines HIS-Pool-Eintrags bei Ablehnung.

Dieser Ansatz gibt dir Planungssicherheit, bevor du irgendetwas unterschreibst. Ein Makler mit Zugang zu vielen Anbietern kann hier einen entscheidenden Unterschied machen.

  • Bluthochdruck (kontrolliert): oft mit Zuschlag oder Ausschluss versicherbar
  • Diabetes Typ 2 (gut eingestellt): herausfordernd, aber nicht unmöglich
  • Frühere Krebserkrankung in Remission: individuelle Prüfung notwendig
  • Rückenbeschwerden, Allergien, leichte psychische Erkrankungen: häufig mit Ausschluss versicherbar
ANBIETER-VERGLEICH

Führende IPMI-Anbieter für Europa

Der Markt ist groß und unübersichtlich. Diese Anbieter zählen zu den etablierten Playern auf dem europäischen IPMI-Markt – mit erheblichen Unterschieden in Leistungsumfang, Preis und Service.

Cigna Global
Einer der größten IPMI-Versicherer weltweit, mit flexiblen Modulartarifen und starker Europa-Präsenz.
ZielgruppeExpats, Selbstständige, digital Nomaden
ab/Monatab ca. 120 €
Details →
BDAE
Spezialisierter Expat-Anbieter mit langjähriger Erfahrung und direktem Kundenservice.
ZielgruppeExpats, Langzeitaufenthalter
ab/Monatab ca. 90 €
Details →
April International
Französischer Anbieter mit starker Europa-Präsenz und flexibler Tarifgestaltung.
ZielgruppeExpats in Westeuropa, Rentner
ab/Monatab ca. 100 €
Details →
Foyer Global Health
Luxemburgischer Anbieter mit EU-Fokus, besonders interessant für Menschen in mehreren EU-Ländern.
ZielgruppeMulti-Country-Expats, EU-Selbstständige
ab/Monatab ca. 150 €
Details →
Allianz Care
Weltmarken-Standard mit starkem USA-Netzwerk, verlässliche Leistungsabwicklung.
ZielgruppeExpats in USA und kostenintensiven Ländern
ab/Monatab ca. 140 €
Details →
Freedom Health
Langzeit-Tarif mit Altersrückstellungen, lebenslang kalkuliert.
ZielgruppeSenioren 55+, dauerhaft im Ausland Lebende
ab/Monatab ca. 210 €
Details →
Genki
App-first, monatlich kündbar, kein fester Wohnsitz nötig.
ZielgruppeDigital Nomads, Grenzgänger mit flexibler Basis
ab/Monatab ca. 79 €
Details →
MAWISTA
Kurzzeit- und Schengen-ready, einfacher Abschluss ab 1 Monat.
ZielgruppeStudierende, Au-pairs, Praktikanten, Sprachaufenthalte
ab/Monatab ca. 55 €
Details →
Morgan Price
Britischer IPMI-Anbieter, hohe stationäre Deckungssummen.
ZielgruppeFamilien, Langzeit-Auslandsaufenthalte
ab/Monatab ca. 145 €
Details →
PassportCard
Cashless-Claim über eigene Debit-Karte, keine Vorfinanzierung.
ZielgruppeExpats mit häufigen Arztbesuchen, Familien
ab/Monatab ca. 98 €
Details →
WORAUF ES ANKOMMT

Diese Kriterien zählen beim IPMI-Vergleich wirklich

Ein reiner Preisvergleich greift zu kurz. Diese sechs Faktoren entscheiden über den echten Wert eines Tarifs.

  • Direktabrechnung mit KrankenhäusernRechnet der Versicherer direkt mit der Klinik ab, musst du nicht in Vorleistung gehen – im Ernstfall ein entscheidender Komfortvorteil.
  • Netzwerk im ZiellandEin gutes Ärzte- und Kliniken-Netzwerk vor Ort ist besonders in Ländern mit starker Zweiklassenmedizin (z.B. Spanien, Portugal) entscheidend.
  • Deutschsprachiger KundenserviceIm Krankheitsfall willst du nicht mit einer englischsprachigen Hotline kämpfen. Deutschsprachiger Service ist ein echter Mehrwert.
  • TarifflexibilitätKannst du den Tarif anpassen, wenn du das Land wechselst oder sich deine Familie vergrößert? Flexibilität schützt vor teuren Neuabschlüssen.
  • Wartezeiten kennenManche Tarife haben Wartezeiten für Zahn- oder Schwangerschaftsleistungen. Diese musst du kennen, bevor du unterschreibst.
  • Visa-Konformität prüfenDas spanische Non-Lucrative-Visum und das portugiesische D7-Visum verlangen eine Mindestdeckung. Nicht jede IPMI erfüllt diese automatisch.
SCHRITT FÜR SCHRITT

So findest du die richtige IPMI für deinen Europaaufenthalt

  1. 1
    Situation klar definieren1–2 Stunden

    Beantworte vorab: In welchem Land werde ich leben? Wie lange? Bin ich angestellt, selbstständig oder Rentner? Welche Leistungen sind mir wichtig (Zahnersatz, Vorsorge, psychologische Betreuung)? Welchen Selbstbehalt kann ich mir leisten? Je klarer deine Antworten, desto gezielter der Vergleich.

  2. 2
    Anbieter breit und anbieterübergreifend vergleichen1–2 Wochen

    Ein Portal, das nur drei oder vier Anbieter zeigt, ist kein echter Vergleich. Suche nach einem Makler mit Zugang zu einem breiten Anbietermarkt. Der Unterschied zwischen dem günstigsten und dem teuersten Angebot bei gleichen Leistungen kann 30–50 % betragen.

  3. 3
    Bei Vorerkrankungen: anonyme Risikovoranfrage nutzen1–3 Wochen

    Wenn du Vorerkrankungen hast, gehe nicht blind in die Antragstellung. Ein erfahrener Makler stellt zunächst eine anonyme Voranfrage bei mehreren Versicherern – du erhältst konkrete Konditionen, ohne das Risiko eines HIS-Pool-Eintrags bei Ablehnung.

  4. 4
    Kleingedrucktes lesen und verstehen2–3 Tage

    Lies die Versicherungsbedingungen sorgfältig. Achte besonders auf Ausschlüsse, Wartezeiten, Leistungsgrenzen und Kündigungsfristen. Ein guter Makler erklärt diese Details in verständlicher Sprache.

  5. 5
    Visa-Anforderungen prüfenVor Ausreise

    Wenn du für deinen Aufenthalt ein Visum benötigst, prüfe, ob die gewählte Versicherung die Mindestanforderungen des Ziellandes erfüllt. Plant mindestens sechs bis acht Wochen vor der Ausreise für den gesamten Prozess ein.

Wichtig
Diese Fehler können teuer werden
Fehler 1: Reisekrankenversicherung mit IPMI verwechseln – mit teuren Konsequenzen, wenn man im Ausland wirklich krank wird. Fehler 2: Nur auf den Preis schauen. Leistungsgrenzen und schlechter Service werden im Ernstfall viel teurer. Fehler 3: Vorerkrankungen verschweigen – führt zur Leistungsverweigerung im Schadensfall. Fehler 4: Zu spät abschließen. Plane mindestens sechs bis acht Wochen ein. Fehler 5: Die Wechselwirkung mit dem deutschen System ignorieren. Wer aus der GKV ausscheidet, kann nicht einfach zurückkehren – diese Entscheidung hat langfristige Konsequenzen.
HÄUFIGE FRAGEN

Ihre Fragen zur internationalen Krankenversicherung in Europa

Brauche ich wirklich eine IPMI, wenn ich in einem EU-Land lebe – bin ich nicht schon durch die EHIC abgesichert?
Die EHIC gilt nur für vorübergehende Aufenthalte und sichert lediglich Notfallbehandlungen unter denselben Konditionen wie Einheimische ab. Wer dauerhaft in einem EU-Land lebt, verliert nach einigen Monaten seinen GKV-Anspruch, weil der gewöhnliche Aufenthaltsort verlagert wurde. Eine IPMI ist daher keine Luxusoption, sondern die Grundlage einer vollständigen Krankenversorgung im Ausland.
Kann ich eine internationale Krankenversicherung auch mit Vorerkrankungen abschließen?
Ja, in den meisten Fällen ist das möglich. Versicherer reagieren auf Vorerkrankungen mit einem Risikoausschluss, einem Risikozuschlag oder – bei sehr schweren aktuellen Erkrankungen – einer Ablehnung. Eine Ablehnung ist die Ausnahme, nicht die Regel. Empfehlenswert ist eine anonyme Risikovoranfrage über einen Makler, um die konkreten Konditionen verschiedener Anbieter zu kennen, bevor man offiziell einen Antrag stellt.
Was ist der Unterschied zwischen Full Medical Underwriting und dem Moratoriumsprinzip?
Beim Full Medical Underwriting (FMU) werden alle Vorerkrankungen beim Antrag vollständig bewertet – du weißt genau, was versichert ist. Beim Moratoriumsprinzip werden Vorerkrankungen der letzten fünf Jahre zunächst für zwei Jahre ausgeschlossen und danach automatisch eingeschlossen, wenn keine Behandlung stattgefunden hat. FMU bietet mehr Planungssicherheit, ist aber aufwendiger in der Antragstellung.
Welche Versicherung brauche ich für ein portugiesisches D7-Visum oder das spanische Non-Lucrative-Visum?
Beide Visa verlangen den Nachweis einer Krankenversicherung mit Mindestdeckung für den gesamten Aufenthalt. Nicht jede IPMI erfüllt diese Anforderungen automatisch – achte darauf, dass der Tarif explizit für diese Visa-Kategorien anerkannt ist. Ein erfahrener Makler kann prüfen, welche Produkte visa-konform sind und die entsprechende Bescheinigung ausstellen.
Was passiert mit meiner deutschen GKV, wenn ich dauerhaft ins Ausland ziehe?
Wenn du deinen gewöhnlichen Aufenthaltsort ins Ausland verlegst, entfällt in der Regel dein Anspruch auf GKV-Leistungen. Bei lokaler Anstellung im Ausland wechselst du in das Sozialversicherungssystem des Aufnahmelandes. Wer die GKV verlässt und später zurück nach Deutschland möchte, kann unter Umständen nicht mehr ohne Weiteres in die GKV eintreten – diese Entscheidung hat langfristige Konsequenzen und sollte vorab sorgfältig geprüft werden.
Lohnt sich ein hoher Selbstbehalt bei der IPMI?
Ein jährlicher Selbstbehalt von 500 bis 1.000 Euro senkt die monatliche Prämie oft um 20 bis 40 Prozent. Das ist sinnvoll für gesunde Menschen, die primär gegen katastrophale Kosten absichern wollen und kleine Arztbesuche selbst tragen können. Wer regelmäßig medizinische Versorgung benötigt oder plant, sollte den Selbstbehalt konservativ wählen.
Was ist der HIS-Pool und warum ist er bei IPMI-Anträgen wichtig?
Der HIS-Pool (Hinweis- und Informationssystem der Versicherungswirtschaft) ist eine brancheninterne Datenbank. Wird ein Antrag auf Krankenversicherung abgelehnt, kann dieser Eintrag gespeichert werden und künftige Anträge bei anderen Versicherern erschweren oder verteuern. Deshalb ist es wichtig, vor dem offiziellen Antrag eine anonyme Risikovoranfrage zu nutzen – so kennt man die Konditionen, ohne einen Eintrag zu riskieren.
Gilt meine IPMI auch, wenn ich gelegentlich außerhalb Europas reise?
Das hängt vom gewählten Tarif ab. Eine reine Europa-Police ist günstiger, schließt aber Aufenthalte in anderen Kontinenten aus. Wer gelegentlich nach Asien, Amerika oder Afrika reist, sollte entweder eine weltweite Police wählen oder prüfen, ob eine zusätzliche Reisekrankenversicherung für Drittland-Aufenthalte ausreicht. Viele Anbieter bieten flexible Gebietserweiterungen an.

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