Ratgeber

Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler

Auf den ersten Blick erscheint es merkwürdig, ein Kind gegen eine Berufsunfähigkeit zu versichern, da sein Berufsleben noch verhältnismäßig weit in der Zukunft liegt.

Die Praxis zeigt jedoch: Je früher die Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen wird, desto besser. Insofern wundert es nicht, dass viele Versicherer bereits die Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler anbieten.

Weswegen die BU für Schüler tatsächlich vorteilhaft sein kann und in bestimmten Fallkonstellationen die einzige, wirklich zuverlässige finanzielle Absicherungsoption für junge Menschen ist, erfährst Du hier.

Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler

Inhalt dieser Seite

Das Wichtigste in Kürze

  • Junge Menschen profitieren aufgrund ihrer durchschnittlich besseren Gesundheit von wesentlich günstigeren Konditionen bei der BU
  • Eine im Kindesalter abgeschlossene BU mit fortlaufender und ununterbrochener Aufrechterhaltung des Vertrags kann die Konditionen im Erwachsenenalter -auch bei riskanten Tätigkeiten- massiv verbessern
  • Psychische Belastungen, der Hauptgrund für Berufsunfähigkeit, sind etwas, von dem Kinder und Jugendliche immer häufiger betroffen sind
  • Im Schadensfall profitieren indirekt auch die Eltern, die durch die BU-Rente die Möglichkeit haben, finanzielle Lücken zu schließen, wenn sie bspw. aufgrund der Kindspflege die Arbeitszeit verkürzen

Wie ist Berufsunfähigkeit im Sinne der Versicherung definiert?

Berufsunfähigkeit geht über eine bloße, zeitweilige Krankschreibung hinaus. Ist der Arbeitnehmer über einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten zu über 50% an seiner Berufsausübung (bei seiner gegenwärtigen Stelle) gehindert, sind die Kriterien der meisten BU-Verträge erfüllt.

Für den Schüler bedeutet dies, dass sie greift, sobald er für den entsprechenden Zeitraum nicht mehr am Unterricht teilnehmen kann.

Gesundheitliche Beeinträchtigungen als Versicherungsnehmer in einer BU, die ärztlich nachzuweisen sind, werden anschließend vom Versicherer beurteilt.

Arbeitsunfähigkeit ist eine weniger schwerwiegende Beeinträchtigung bei der Berufsausübung. Viele Verträge enthalten AU-Klauseln. Diese gibt es auch in Verträgen für Schüler, Studenten und Auszubildende.

Erwerbsunfähigkeit wäre die schwerwiegendste Form. Hier muss eine dauerhafte Beeinträchtigung jegliches Tätigkeitsfeld betreffend vorliegen. In einem solchen Fall greift die staatliche Erwerbsminderungsrente. Vielleicht denkst Du, dass diese ausreichend ist.

Für junge Menschen ist der Haken hier, dass sie in der Regel nur gewährt wird, wenn man im Vorfeld mindestens 5 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat. Junge Menschen können diese 5 Jahre normalweise nicht vorweisen, weswegen sie keinen Anspruch auf die Rente haben.

Überdies sein angemerkt, dass die gesetzliche Erwerbsminderungsrente lediglich eine Grundsicherung darstellt.

Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler – ist sie sinnvoll?

Die Frage nach der Sinnhaftigkeit, eine BU für Schüler beschäftigt viele Eltern. Aus unserer Sicht ist diese mit einem ausdrücklichen Ja zu beantworten. Zum Einen ist Berufsunfähigkeit ein häufigeres Phänomen als man meinen möchte.

Die Hauptursache –psychische Erkrankungen– verzeichnen auch bei jungen Menschen im Schüler- und Studentenalter einen unschönen Anstieg.

Zum Anderen ist die finanzielle Absicherung durch gesetzliche Optionen für Schüler in vielen Fällen praktisch nicht zu erwirken.

Wenn das Schlimmste eintritt und der Schüler langfristig ausfällt und er nicht in der Lage ist, zur Schule zu gehen, geschweige denn eine berufliche Zukunft ergreifen, kann eine Schüler BU (meist mit einer monatlichen Rente von 1.000 Euro, ein häufiger Standardwert für eine Schüler-BU) die schlimmsten finanziellen Folgen abfedern.

Dies gilt auch für Eltern. Wenn ein krankes Kind beaufsichtigt und gepflegt werden muss und man deswegen beruflich kürzer tritt, bietet die BU-Rente hier eine Entlastung.

Jeder Vierte wird berufsunfähig

Ein Viertel der Menschen wird über die Zeit ihres Lebens für einen gewissen Zeitraum berufsunfähig. Dabei ist es insbesondere bitter, wenn man sich jahrelang in seinem Beruf hochgearbeitet und einen gewissen Lebensstandard verwirklicht hat.

Ohne BU können die finanziellen Einbußen ernsthafte Konsequenzen haben. Die langfristige finanzielle Planung ist mit der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente extrem schwierig bis unmöglich.

Gemessen am Einkommen und den bisher gezahlten Einzahlungen durch den Versicherungsnehmer ist oft von ungefähr einem Drittel des vorherigen Bruttolohns auszugehen.

Der Umfang der Einzahlung und auch der damit einhergehenden BU-Rente im Schadensfall liegt zwar im eigenen Ermessensspielraum, bewegt sich jedoch meist (und Experten raten dazu) im Bereich von 60% des Bruttolohns.

Hauptursache psychische Erkrankungen

Seit Jahren kann ein Anstieg psychischer Erkrankungen in der deutschen Bevölkerung festgestellt werden. Depressionen und depressive Episoden sind dabei unangefochtener „Spitzenreiter“. Frauen sind dabei nach wie vor häufiger betroffen, zuletzt waren die Anstiege bei den Männern jedoch um ein vielfaches höher. [1]

Frauen geben dabei insbesondere (Doppel-) Belastungen hinsichtlich beruflicher Tätigkeiten und bspw. Kinderbetreuung oder Pflege von darauf angewiesenen Angehörigen an.

Männer machen sich im Durchschnitt mehr Sorgen über die Zukunft ihrer Familie im Zuge wirtschaftlicher Folgen, bspw. im Nachgang der Corona-Restriktionen oder durch den Ukrainekrieg.

Junge Menschen immer öfter betroffen

Dies ist ein gutes Stichwort. Es muss erwähnt werden, dass von besagtem Hauptgrund für langfristige Ausfälle, nämlich psychischen Belastungen, die schließlich in vollausgewachsene Erkrankungen münden können (vor allem aufgrund des mangelnden Therapieangebots in Deutschland), auch mehr und mehr jüngere Menschen betroffen sind.

Junge Menschen sind zuletzt insbesondere durch soziale Isolation während der Corona-Maßnahmen verstärkt von psychischen Belastungen betroffen.

Insbesondere im Nachgang der Corona-Maßnahmen häufen sich psychische Auffälligkeiten und Belastungserscheinungen bei Kindern und Jugendlichen. So seine bis zu 70% bis heute betroffen. [2]

Bereits im Jahr 2021 hat das Statistische Bundesamt festgestellt, dass psychische Erkrankungen der Hauptgrund für stationäre Behandlungen von Kindern und Jugendlichen im Alter von 10-17 Jahren war. [3]

Im Vergleich mit dem Jahr 2011 lässt sich überdies der stärkste Anstieg von Krankenhausbehandlungen aufgrund psychischer Erkrankungen feststellen:

Psychische Erkrankungen als Ursache für Hospitalisierung von Jugendlichen haben zwischen den beiden Vergleichsjahren einen beachtlichen Anstieg von 6% hingelegt.

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Müssen Kinder eine Gesundheits-/Risikoprüfung absolvieren?

Die Gesundheitsprüfung und eine unter anderem darauf aufbauende Risikoeinschätzung gehören zum Standardprozedere der meisten Berufsunfähigkeitsversicherungsverträge.

Schüler profitieren dabei von ihrer im jungen Alter gegebenen Fitness. Altersbedingte Verschleißerscheinungen, die zu Krankheiten und Berufsunfähigkeit führen können, kommen bei ihnen schlicht nicht zum Tragen. Meist erhält man als junger Mensch dementsprechend günstige Konditionen.

Eine allgemeine Erwägung bei allen Berufsunfähigkeitsversicherungen, die auch bei Schülern in die Risikoanalyse fließen kann, ist die Freizeitgestaltung. Ein riskantes Hobby kann höhere Beiträge mit sich bringen.

Die Schulform wird bei der Risikoanalyse ebenfalls berücksichtigt. So haben Gymnasiasten mit niedrigeren Kosten zu rechnen, da statistisch betrachtet häufig eine akademische Laufbahn folgt, die in relativ risikoarmen Berufen resultiert.

Kinder profitieren oft von einer sehr guten gesundheitlichen Einschätzung in der Risikoabwägung.

Handwerker beispielsweise, und auch andere Berufstätige, deren Arbeit mit einer höheren körperlichen Belastung einhergehen, müssen mit Risikozuschlägen bei der BU rechnen.

Hier können sich allerdings Vorteile ergeben, wenn die Berufsunfähigkeitsversicherung bereits in jungen Jahren abgeschlossen wird.

Der Schüler, der bereits vor der Ergreifung eines im Sinne der BU risikoreichen Berufs diese abgeschlossen hat (bzw. Eltern für ihn wenn der Schüler noch minderjährig ist), kann je nach Vertragsbedingungen noch bis in den entsprechenden Berufseintritt von günstigeren Konditionen profitieren. Häufig entfällt hier sogar eine neuerliche Gesundheitsprüfung.

Welche Grundsätze gelten bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler?

Zunächst haben viele Versicherer ein minimales Einstiegsalter. Bei einigen Versicherungsgebern liegt dieses bei 10 Jahren. Bei anderen Anbietern ist der Abschluss einer BU bereits ab 6 Jahren möglich.

Eine noch frühere Berufsunfähigkeitsversicherung ist nicht nötig und bilden insofern auch eher die Ausnahme.

Generell sollten vor Vertragsabschluss die folgenden Aspekte beachtet werden:

  • Deckungsumfang: Stelle sicher, dass die BU-Versicherung eine ausreichend hohe Berufsunfähigkeitsrente bietet, um im Falle einer Berufsunfähigkeit den Lebensstandard des Schülers und seiner Familie zu sichern. Überprüfe auch, ob die Versicherung bestimmte Ausschlüsse oder Einschränkungen enthält.
  • Versicherungsdauer: Achte darauf, wie lange die Versicherung Gültigkeit hat. Idealerweise sollte die Versicherung bis zum Berufseinstieg oder darüber hinaus gelten, um eine kontinuierliche Absicherung zu gewährleisten.
  • Dynamikoption: Prüfe, ob die BU-Versicherung eine Dynamikoption enthält, die eine regelmäßige Erhöhung der Berufsunfähigkeitsrente ohne erneute Gesundheitsprüfung ermöglicht, um die Absicherung an steigende Lebenshaltungskosten anzupassen.
  • Wartezeit: Informiere dich über die Wartezeit, die zwischen Vertragsabschluss und Leistungsbeginn liegt. Eine zu lange Wartezeit kann im Falle einer frühzeitigen Berufsunfähigkeit problematisch sein.
  • Beitragszahlung: Achte auf die Beitragszahlungsdauer und ob die Beiträge im Laufe der Zeit steigen können.
  • Zusatzoptionen: Überprüfe, ob die Versicherung zusätzliche Optionen wie eine Unfallversicherung oder eine Pflegerentenversicherung enthält, um den Versicherungsschutz weiter auszubauen. Kombinierte Versicherungsmodelle (Berufsunfähigkeitszusatzversicherung) können vorteilhaft sein
  • Versicherungsbedingungen: Lies die Versicherungsbedingungen sorgfältig durch und kläre mögliche Fragen mit einem unabhängigen Versicherungsberater (oder Fachanwalt). Manche Vertragsklauseln sind für Laien teilweise nur schwer verständlich und können ungeahnte Konsequenzen haben

Nachversicherungsgarantie und dynamische Vertragsoptionen – auch für Schüler eine Überlegung wert

Die Nachversicherungsgarantie und dynamische Vertragsoptionen sind auch bei der Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler sinnvoll, da sie die Möglichkeit bieten, den Versicherungsschutz an veränderte Lebenssituationen und steigende Einkommen anzupassen, ohne erneute Gesundheitsprüfungen oder Risikoeinschätzungen durchführen zu müssen.

Gerade bei Schülern, die noch am Anfang ihres beruflichen Lebens stehen, ist die finanzielle Situation oft noch unsicher, und die zukünftigen Risiken sind schwer abzuschätzen.

Durch die Nachversicherungsgarantie können Schüler ihre BU-Rente später erhöhen, wenn sich ihre Lebensumstände ändern, beispielsweise wenn sie eine Ausbildung oder ein Studium beginnen oder einen besser bezahlten Beruf ausüben.

Wer früh versichert ist, profitiert dank Nachversicherungsgarantie und dynamischen Vertragsoptionen noch lange danach.

Die dynamische Vertragsoption ermöglicht zudem eine automatische jährliche Anpassung der BU-Rente an die Inflation, um den Versicherungsschutz langfristig aufrechtzuerhalten.

Auf diese Weise können Schüler sicherstellen, dass ihre BU-Versicherung immer den aktuellen Bedürfnissen und finanziellen Möglichkeiten entspricht, ohne dass sie dafür zusätzliche Gesundheitsprüfungen oder hohe Beitragszuschläge befürchten müssen.

Verweisungsklauseln gibt es auch bei BU für Schüler!

In einigen Versicherungen gibt es gewisse Verweisungsklauseln, die für den Versicherungsnehmer ein Problem darstellen kann. Sie bieten dem Versicherungsnehmer im Zweifelsfall die Möglichkeit, keine BU-Rente mehr zu zahlen, trotz aller vom Versicherungsnehmer eingezahlten Leistungen.

Die Abstrakte Verweisung bezieht sich auf die Möglichkeit eines Versicherers, den Versicherten auf einen anderen Beruf zu verweisen, der seiner Ausbildung und Erfahrung entspricht, auch wenn er aufgrund einer Krankheit oder Verletzung seinen bisherigen Beruf nicht mehr ausüben kann. [4]

Auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler kann eine Verweisungsklausel enthalten. Kommt ein Versicherer dann bspw. zu der Erkenntnis, dem betroffenen Schüler, der momentan das Gymnasium nicht mehr besuchen kann, sei ein Besuch der Real- oder Hauptschule zuzumuten, kann er seine Zahlungen einstellen.

Um derlei (oftmals sprachlich versteckten) Vertragsbedingungen zu entgehen, empfiehlt sich, vor der Vertragsunterzeichnung eine umfassende Beratung!

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