Ratgeber

Internationale Krankenversicherung für binationale Paare: Der „Residency-First“-Ansatz für Ihren Aufenthaltstitel

Die Liebe kennt keine Grenzen – das deutsche Aufenthaltsrecht leider schon. Wenn Sie als binationales Paar Ihre gemeinsame Zukunft in Deutschland planen, stehen Sie oft vor einem bürokratischen Paradoxon: Ohne Aufenthaltstitel keine reguläre Krankenversicherung, ohne Krankenversicherung kein Aufenthaltstitel.

Wir erleben in unseren Beratungen bei Insurancy fast täglich, dass Paare viel Energie in die Beschaffung von Heiratsurkunden und Sprachzertifikaten stecken, das Thema Krankenversicherung aber als reine Formalität betrachten.

Das ist ein riskanter Trugschluss. Für die Ausländerbehörde ist der Krankenversicherungsschutz nach § 28 oder § 30 AufenthG (Aufenthaltsgesetz) einer der kritischsten Prüfsteine.

Internationale Krankenversicherung für Paare mit unterschiedlicher Staatsangehörigkeit

Wir sind stolz auf eine hohe Kunden­zufriedenheit mit über 6.000 Kundinnen und Kunden

Das regulatorische Minenfeld: VVG trifft auf Aufenthaltsgesetz

Die größte Herausforderung für binationale Paare ist die Schnittmenge aus Versicherungsvertragsgesetz (VVG) und Ausländerrecht. Viele internationale Anbieter (IPMI – International Private Medical Insurance) werben mit „weltweiter Deckung“. Doch für Ihren Partner, der dauerhaft in Deutschland leben möchte, ist „Deckung“ nicht gleichbedeutend mit „Anerkennung“.

Die „Angemessenheitsprüfung“ der Ausländerbehörde

Nach § 193 VVG besteht in Deutschland Versicherungspflicht. Damit eine private Versicherung für das Visum oder die Aufenthaltserlaubnis akzeptiert wird, muss sie „nach Art der Lebensversicherung betrieben“ werden. Das bedeutet konkret:

  1. Keine betragsmäßigen Begrenzungen bei der Erstattung (viele Expat-Versicherungen deckeln Kosten bei z.B. 100.000 € – das ist in Deutschland ein K.O.-Kriterium).
  2. Alterungsrückstellungen müssen gebildet werden (bei langfristigem Aufenthalt).
  3. Pflegepflichtversicherung: Das ist der häufigste Ablehnungsgrund. Internationale Policen von Anbietern wie Cigna oder Allianz Care (in ihren internationalen Tarifen) beinhalten oft keine Pflegeversicherung nach deutschem Standard (SGB XI). Ohne diese wird der Aufenthaltstitel oft verweigert.

Anbieter wie die BDAE Gruppe oder PassportCard haben hier spezifische Lösungen entwickelt, die diese Lücken schließen, aber sie passen nicht auf jedes Profil.

§ 28 vs. § 30 AufenthG: Welcher Paragraph bestimmt Ihre Versicherungsanforderungen?

Der Unterschied zwischen § 28 und § 30 AufenthG ist nicht akademisch – er bestimmt direkt, welche Versicherungsanforderungen Ihre Ausländerbehörde an den ausländischen Partner stellt und wie viel Spielraum Sie bei der Wahl der Police haben.

§ 28 AufenthG – Aufenthaltsrecht für Familienangehörige von Deutschen: Dieser Paragraph regelt den Nachzug zu deutschen Staatsangehörigen. Der Aufenthaltstitel nach § 28 AufenthG setzt voraus, dass der Lebensunterhalt gesichert ist – dazu gehört explizit eine ausreichende Krankenversicherung. Der entscheidende Unterschied zu § 30: Bei § 28 gibt es keine eigenständige Sprachkenntnisvoraussetzung vor der Einreise (bei einfachen Fällen), aber die Behörde prüft die Versicherungssituation besonders kritisch, da der deutsche Partner als Anker gilt und erwartet wird, dass das Paar gemeinsam wirtschaftlich eigenständig ist.

§ 30 AufenthG – Ehegattennachzug zu Ausländern mit Aufenthaltstitel: Dieser Paragraph gilt, wenn der in Deutschland lebende Partner selbst kein Deutscher, sondern Ausländer mit einem anderen Aufenthaltstitel ist (z.B. Blaue Karte EU, Niederlassungserlaubnis). Hier gelten zusätzliche Anforderungen: Sprachkenntnisse (B1-Niveau in der Regel), Nachweis ausreichenden Wohnraums und – entscheidend – Krankenversicherungsschutz für beide Partner. Da der Hauptpartner selbst keinen GKV-Anspruch über die deutsche Staatsbürgerschaft mitbringt, ist die Versicherungssituation oft komplexer.

Die versicherungsrelevanten Unterschiede im Überblick:

Kriterium§ 28 AufenthG§ 30 AufenthG
Nachzug zuDeutschen StaatsangehörigenAusländern mit Aufenthaltstitel (z.B. Blaue Karte)
GKV-Familienversicherung möglich?Ja, wenn Hauptpartner GKV-MitgliedJa, wenn Hauptpartner GKV-Mitglied
Anforderung an VersicherungsnachweisSubstitutiv oder GKVSubstitutiv oder GKV
Pflegepflichtversicherung erforderlichJaJa
Typisches RisikoEinkommensgrenze FamilienversicherungBeide Partner oft auf privatem Markt
Empfohlene LösungGKV-Familienversicherung oder BaFin-konforme IPMIBaFin-konforme IPMI oder PKV für beide

Praktische Konsequenz: Paare, die unter § 28 AufenthG fallen und bei denen der deutsche Partner GKV-pflichtversichert ist, haben oft die günstigste Ausgangslage: Sie können die GKV-Familienversicherung nutzen, sobald der Partner angemeldet ist. Das Problem ist die Lücke vor der Anmeldung. Paare unter § 30 AufenthG müssen in der Regel von Beginn an eine eigene IPMI-Lösung für den nachziehenden Partner planen.

Die Pflegepflichtversicherung: Der häufigste Ablehnungsgrund – und wie Sie ihn vermeiden

Wenn die Ausländerbehörde eine IPMI-Police ablehnt, ist der Grund in der Mehrheit der Fälle derselbe: Die Police beinhaltet keine Pflegepflichtversicherung nach deutschem Standard. Das ist kein Nischendetail – es ist das K.O.-Kriterium Nummer eins für internationale Krankenversicherungen im deutschen Aufenthaltsverfahren.

Was ist die Pflegepflichtversicherung? Die Pflegepflichtversicherung ist in Deutschland nach SGB XI (Elftes Sozialgesetzbuch) obligatorisch und begleitet die Krankenversicherungspflicht: Wer krankenversicherungspflichtig ist, ist automatisch auch pflegeversicherungspflichtig. GKV-Mitglieder zahlen den Pflegebeitrag automatisch (2025/2026: ca. 3,4 % bis 4 % des Bruttoeinkommens, je nach Elternstatus). PKV-Versicherte müssen eine private Pflegepflichtversicherung (PPV) abschließen.

Warum internationale IPMI-Tarife hier scheitern: Die meisten internationalen IPMI-Tarife (Cigna Global, Bupa International, Allianz Care international) sind primär für medizinische Behandlungen konzipiert. Pflegeleistungen im Sinne des SGB XI – also Unterstützung bei Alltagsaktivitäten, häusliche Pflege, Pflegeheimkosten – sind in internationalen Policen entweder gar nicht oder nur als minimale „Long-Term Care“-Option enthalten. Das entspricht nicht dem deutschen Pflegepflichtstandard.

Welche Anbieter die Pflegepflichtversicherung abdecken:

AnbieterPflegepflicht SGB XI-konformLösung
BDAE Expat GermanyJa (als separater Baustein)Pflegepflicht als Zusatzmodul wählbar
HanseMerkur IncomingTeilweise (tarifabhängig)Nur Premium-Tarife; prüfen
PassportCardNein (Standard-Tarif)Separater PPV-Vertrag erforderlich
Cigna Global (international)NeinSeparater PPV-Vertrag erforderlich
Allianz Care (international)Nein (internationale Tarife)Separater PPV-Vertrag erforderlich
Deutsche PKV (Hallesche, Barmenia etc.)Ja (PPV inklusive)Vollversicherung mit PPV automatisch

Die Lösung für IPMI-Nutzer ohne eingeschlossene Pflegepflicht: Wenn Ihr bevorzugter IPMI-Anbieter keine SGB XI-konforme Pflegepflichtversicherung enthält, müssen Sie einen separaten PPV-Vertrag bei einem deutschen Versicherer abschließen. Anbieter wie Debeka, DKV oder Allianz (Deutsche Tarife) bieten eigenständige PPV-Tarife an. Die monatlichen Kosten liegen für einen gesunden 35-Jährigen typischerweise bei 30–60 € monatlich – ein überschaubarer Betrag, der eine Visaablehnung verhindert.

Der Mythos der „automatischen“ Familienversicherung

Viele unserer Mandanten gehen davon aus: „Ich bin in der Techniker oder AOK versichert, also kommt mein Partner einfach kostenlos mit rein.“

Das ist prinzipiell möglich, aber an strikte Voraussetzungen geknüpft, die oft übersehen werden:

  • Wohnsitz-Hürde: Die Familienversicherung greift erst, wenn der Partner in Deutschland gemeldet ist. Für das Einreisevisum (Visum zur Familienzusammenführung) wird jedoch vorher ein Versicherungsnachweis verlangt. Hier entsteht eine Deckungslücke, die oft durch eine kurzfristige Incoming-Versicherung überbrückt werden muss.
  • Die Einkommensfalle (Daten für 2026): Verfügt Ihr ausländischer Partner über Einkünfte (z.B. Mieteinnahmen aus der Heimat oder Remote-Work für einen ausländischen Arbeitgeber), darf das Gesamteinkommen 505 € monatlich (bzw. 538 € bei Minijobs – dynamische Grenze beachten, Prognose für 2026 liegt bei ca. 565 €) nicht übersteigen. Liegt das Einkommen darüber, entfällt die kostenlose Mitversicherung sofort.
  • Die Vorversicherungszeit: Kommt Ihr Partner aus einem Nicht-EU-Land ohne Sozialversicherungsabkommen, kann der Zugang zur GKV versperrt sein, wenn er/sie dort nicht gesetzlich versichert war.

Strategische Optionen: Von Incoming bis Vollversicherung

Wenn die GKV-Familienversicherung nicht greift oder strategisch nicht sinnvoll ist (z.B. wegen schlechterer Terminvergabe bei Fachärzten), müssen wir den privaten Markt scannen. Hierbei unterscheiden wir drei Kategorien, die wir je nach Aufenthaltsstatus empfehlen.

1. Die „Visums-Brücke“ (Incoming-Versicherung)

Für die ersten 90 Tage oder bis zur Erteilung des Aufenthaltstitels.

  • Vorteil: Günstig (oft unter 100 €/Monat), schnell abschließbar.
  • Nachteil: Erfüllt nicht die Pflicht zur Pflegeversicherung. Wird von der Ausländerbehörde für langfristige Titel (§ 28 AufenthG) meist nicht mehr als dauerhafte Lösung akzeptiert.
  • Unsere Bewertung: Nur als temporäre Lösung nutzen, niemals als Dauerzustand planen.

2. Die BaFin-konforme Expat-Versicherung

Hier positionieren sich Anbieter wie BDAE oder spezielle Tarife der HanseMerkur.

  • Konzept: Diese Tarife sind speziell für Expats in Deutschland gebaut. Sie erfüllen die Anforderungen des § 193 VVG, inkludieren oft die Pflegepflichtversicherung oder bieten diese als Baustein an.
  • Zielgruppe: Ideal für die ersten 5 Jahre. Sie sind oft günstiger als eine klassische deutsche PKV, weil sie keine hohen Alterungsrückstellungen bilden (daher zeitlich befristet).
  • Wichtig: Prüfen Sie, ob der Tarif „substitutiv“ ist. Das ist das Schlüsselwort für die Behörde.

3. Die klassische deutsche PKV (Vollversicherung)

Für Partner, die dauerhaft bleiben und gut verdienen oder selbstständig sind.

  • Herausforderung: Gesundheitsprüfung. Viele Partner aus dem Ausland haben keine lückenlose Krankenakte nach deutschem Standard. Sprachbarrieren bei der Gesundheitsprüfung führen oft zu falschen Angaben und späteren Leistungsverweigerungen.
  • Insurancy-Tipp: Wir nutzen hier oft spezialisierte Risikovoranfragen, um anonym zu prüfen, welcher Versicherer (z.B. Arag, Hallesche, Barmenia) den Partner ohne Risikozuschläge annimmt.

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Anbieter-Vergleich: BDAE vs. PassportCard vs. Allianz Care für binationale Paare

Drei Anbieter tauchen in der Beratungspraxis für binationale Paare immer wieder auf – und alle drei haben spezifische Stärken und Schwächen, die erst im Kontext des Aufenthaltsrechts sichtbar werden. Dieser Vergleich ist nicht produktzentriert. Er ist behördenorientiert.

BDAE Expat Germany – Der Rechtssichere Die BDAE Gruppe ist auf Expats in Deutschland spezialisiert und hat ihre Tarife explizit auf die Anforderungen der deutschen Ausländerbehörden abgestimmt. Der Tarif „Expat Germany“ ist als substitutive Krankenversicherung nach § 193 VVG konzipiert und kann um eine Pflegepflichtversicherung ergänzt werden.

Stärken: Höchste Behördenakzeptanz unter den IPMI-Anbietern für Deutschlandaufenthalte. Substitutiver Charakter ist dokumentiert und für Visumszwecke nutzbar. Pflegepflicht als Baustein verfügbar. Monatliche Kosten liegen für einen 35-Jährigen bei ca. 200–350 € inkl. Pflege.

Schwächen: Zeitlich begrenzt (typisch max. 5 Jahre). Keine Altersrückstellungen für Langzeitplanung. Für den dauerhaften Aufenthalt über 5 Jahre ist ein Wechsel in die PKV erforderlich.

PassportCard – Der Flexible PassportCard ist eine direkte Abrechnungskarte für medizinische Leistungen weltweit und hat sich einen Namen als besonders nutzerfreundliche Lösung für mobile Expats gemacht. Der Vertrieb in Deutschland läuft überwiegend über VMK (Versicherungen mit Kopf).

Stärken: Hohe Flexibilität, digitale Abrechnung ohne Vorausauslage, weltweit einsetzbar. Für Paare, bei denen ein Partner international mobil ist, eine praktische Ergänzung.

Schwächen: Standardtarife enthalten keine SGB XI-konforme Pflegepflichtversicherung. Der substitutive Charakter nach § 193 VVG ist nicht bei allen Tarifen eindeutig dokumentiert. Für Visumszwecke (§ 28/30 AufenthG) reicht der Standardtarif oft nicht aus – ein separater PPV-Vertrag ist zwingend erforderlich. PassportCard ist primär für mobile Personen ohne festen Deutschlandaufenthalt konzipiert, nicht für binationale Paare im Visumsprozess.

Allianz Care (Internationale Tarife) – Der Globale Allianz Care ist die internationale Sparte der Allianz und bietet umfassende globale Deckung. Die Markenbekanntheit ist hoch – was bei Botschaften und internationalen Behörden oft hilft.

Stärken: Hohe Deckungssummen, weltweiter Netzwerkzugang, starke Markenakzeptanz international. Für binationale Paare, die häufig das Land wechseln oder den ausländischen Partner regelmäßig im Heimatland besuchen.

Schwächen: Internationale Allianz-Care-Tarife enthalten keine Pflegepflichtversicherung nach SGB XI. Für den deutschen Visumszweck ist explizit ein Nachweis des substitutiven Charakters erforderlich – den Allianz Care international nicht automatisch liefert. Bei der Ausländerbehörde kann es zu Rückfragen kommen.

Die Entscheidungsmatrix:

KriteriumBDAE Expat GermanyPassportCardAllianz Care International
§ 193 VVG substitutivJaTarifabhängigNein (internationale Tarife)
Pflegepflicht SGB XIAls BausteinNein (separat nötig)Nein (separat nötig)
Behördenakzeptanz DEHochMittelMittel bis gering
Monatliche Kosten (35 J.)200–350 €150–280 €200–380 €
Geeignet für VisumszweckJaMit ZusatzvertragMit Zusatzvertrag
Max. Laufzeit5 JahreUnbegrenztUnbegrenzt
Ideal fürBinationale Paare, VisumsprozessMobile Expats ohne DE-FokusInternational mobile Paare

Die Authority Checklist: 5 Punkte, die Ihre Versicherungspolice für das Visum erfüllen muss

Die Ausländerbehörde prüft Ihren Versicherungsnachweis nach einer internen Compliance-Liste. Wir haben diese Anforderungen aus der Behördenpraxis und den gesetzlichen Grundlagen (§ 193 VVG, SGB XI, § 5 AufenthG) destilliert. Wenn Ihre Police alle fünf Punkte erfüllt, haben Sie die Versicherungshürde im Aufenthaltsverfahren nahezu sicher überwunden.

Punkt 1: Substitutiver Charakter nach § 193 VVG Die Police muss eine substitutive Krankenversicherung sein – also einen vollwertigen Ersatz für die gesetzliche Krankenversicherung darstellen. Das bedeutet: ambulante, stationäre und zahnärztliche Grundversorgung ohne Emergency-Only-Einschränkung, keine zeitliche Begrenzung der Leistungspflicht auf Notfälle und kein Selbstbehalt über 300 € pro Jahr. Das Schlüsselwort, das auf dem Zertifikat stehen muss: „substitutive Krankenversicherung.“

Punkt 2: Pflegepflichtversicherung nach SGB XI Entweder als integrierter Bestandteil der Police oder als separater Vertragsnachweis. Ohne diesen Nachweis wird die Ausländerbehörde die Police in der Regel als unvollständig ablehnen. Der Nachweis muss explizit auf SGB XI-Konformität verweisen.

Punkt 3: Keine Deckungsobergrenze für Routinefälle Deckelungen von z.B. 100.000 € oder 250.000 € Gesamtleistung pro Jahr sind in Deutschland für eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis ein Ablehnungsgrund. Die Police muss eine unbegrenzte oder sehr hohe Deckungssumme für medizinische Behandlungen aufweisen.

Punkt 4: Laufzeit mindestens entsprechend des beantragten Aufenthaltstitels Ein Visum für 12 Monate erfordert eine Police mit mindestens 12 Monaten Laufzeit. Ein offenes Ende oder eine jährliche Verlängerungsgarantie ist für langfristige Aufenthaltstitel erforderlich. Eine Police, die nach 6 Monaten ausläuft, wenn der Titel für 12 Monate beantragt wird, führt zur Ablehnung.

Punkt 5: Expliziter Paragrafenverweis auf dem Zertifikat Das ausgestellte Versicherungszertifikat sollte explizit auf § 193 VVG und idealerweise auf § 257 SGB V verweisen. Ohne diesen Verweis behandelt die Sachbearbeiterin das Dokument häufig als gewöhnliche Reiseversicherung – unabhängig vom tatsächlichen Leistungsumfang.

Schnell-Check: Erfüllt meine Police alle 5 Punkte?

PrüfpunktErfülltNicht erfülltKonsequenz
Substitutiver Charakter § 193 VVGVisumsablehnung wahrscheinlich
Pflegepflicht SGB XIHäufigster Ablehnungsgrund
Keine Routinekosten-ObergrenzeK.O.-Kriterium
Laufzeit ≥ AufenthaltstitelFormaler Ablehnungsgrund
Paragrafenverweis auf ZertifikatBehandlung als Reiseversicherung

Wenn Sie einen oder mehrere dieser Punkte nicht mit „Erfüllt“ beantworten können: Fordern Sie von Ihrem Versicherer ein überarbeitetes Zertifikat an oder wechseln Sie in einen konformen Tarif, bevor Sie den Antrag einreichen.

Kostenmatrix 2026: Was Sie budgetieren müssen

Die Versicherungspflichtgrenze (JAEG) wird voraussichtlich 2026 weiter steigen (Prognose Richtung 77.400 €). Das bedeutet, dass immer mehr Angestellte in der GKV pflichtversichert bleiben. Für binationale Paare ergeben sich daraus spezifische Kosten-Szenarien.

Szenario A: Das „Hybrid-Modell“

  • Partner 1 (Deutsch): Angestellt, GKV-pflichtig.
  • Partner 2 (Non-EU): Freelancer oder noch arbeitssuchend.
  • Lösung: Partner 2 benötigt eine eigene BaFin-konforme PKV.
  • Kostenrisiko: Eine günstige Expat-Versicherung kostet ca. 150–250 €. Eine vollwertige PKV kann je nach Alter und Gesundheit 400–700 € kosten.
  • Strategie: Starten Sie mit einem qualifizierten Expat-Tarif (z.B. BDAE Expat Germany), um die Fixkosten niedrig zu halten, solange Partner 2 noch kein hohes Einkommen hat. Achten Sie penibel darauf, dass der Tarif die Pflegepflichtversicherung einschließt, um Probleme bei der Visumsverlängerung zu vermeiden.

Szenario B: Der „High-Potentials“-Case

  • Beide Partner: Verdienen gut oder Partner 2 hat einen hochdotierten Job (Blue Card).
  • Lösung: Hier lohnt sich der direkte Einstieg in die klassische PKV.
  • Vorteil: Bessere Leistungen als in der GKV und garantierte Chefarztbehandlung/Einbettzimmer – ein Standard, den viele internationale Klienten aus ihren Heimatländern (bei privater Absicherung) gewohnt sind.

Kostenmatrix 2026: Was binationale Paare in drei Szenarien konkret budgetieren müssen

Der Artikel enthält bereits qualitative Szenariobeschreibungen. Hier sind die konkreten Zahlen für 2026.

Vorbemerkung zu den Schwellenwerten 2026: Versicherungspflichtgrenze (JAEG): 77.400 € Bruttogehalt p.a. Einkommensgrenze GKV-Familienversicherung: ca. 565 € monatlich (Prognose 2026). Minijob-Grenze: 603 € monatlich. PKV-Basistarif: 1.017,18 € monatlich (PKV-Verband 2026).

Szenario 1: Hybrid-Modell (Häufigstes Profil) Partner A: Deutscher, angestellt, GKV-pflichtversichert (Gehalt unter 77.400 €). Partner B: Non-EU-Partner, arbeitssuchend oder Freelancer mit Einkommen über 565 €/Monat.

PostenMonatliche Kosten (ca.)
Partner A: GKV-Beitrag (AN-Anteil, Gehalt 45.000 €)ca. 370 €
Partner B: BDAE Expat Germany inkl. Pflegepflicht (Alter 35)ca. 280–350 €
Gesamt Versicherungskosten Paarca. 650–720 €
Alternative: Partner B in GKV-Familienversicherung (wenn Einkommen unter 565 €)0 € Zusatzkosten

Szenario 2: Beide Partner privat (Blue Card / High Earner) Partner A: Non-EU, Blaue Karte EU, Gehalt über 77.400 €, PKV-Mitglied. Partner B: Non-EU, nachziehend nach § 30 AufenthG, noch ohne Einkommen.

PostenMonatliche Kosten (ca.)
Partner A: PKV (Alter 38, vollständig)ca. 550–750 €
Partner B: BDAE Expat Germany inkl. Pflegepflicht (Alter 35)ca. 280–350 €
Gesamt Versicherungskosten Paarca. 830–1.100 €
Alternative: Partner B in PKV mit Risikovoranfrageca. 350–600 € (alters- und gesundheitsabhängig)

Szenario 3: GKV-Familienversicherung greift (Günstigstes Szenario) Partner A: Deutscher, angestellt, GKV-pflichtversichert. Partner B: Nachziehend, kein eigenes Einkommen über 565 €/Monat, in Deutschland gemeldet.

PostenMonatliche Kosten (ca.)
Partner A: GKV-Beitrag (AN-Anteil, Gehalt 45.000 €)ca. 370 €
Partner B: GKV-Familienversicherung0 €
Überbrückungsversicherung (Einreisevisum bis Anmeldung)ca. 50–80 € einmalig für 1–2 Monate
Gesamt Versicherungskosten Paarca. 370–450 €

Die kritische Einkommensfalle im Szenario 3: Sobald Partner B mehr als 565 € monatlich verdient (auch Remote-Arbeit für ausländischen Arbeitgeber, Mieteinnahmen aus Heimatland oder Kapitalerträge zählen), entfällt die kostenlose Familienversicherung sofort und rückwirkend. Der Sprung von 0 € auf ca. 280–350 € für eine IPMI-Lösung ist abrupt und muss im Budget eingeplant sein.

Experte für Internationale Krankenversicherung

  • Maßgeschneiderte Internationale-KV: Als Versicherungsmakler bieten wir individuell angepasste Versicherungspakete, die den Bedürfnissen und Budgets unserer Kunden entsprechen.
  • Unabhängige Beratung und Auswahl: Wir bieten eine unabhängige Beratung und können aus einem breiten Spektrum von Versicherungsanbietern auswählen, um die besten Lösungen für unsere Kunden zu finden.
  • Kundenorientierte Betreuung: Unser engagiertes Team steht unseren Kunden mit persönlicher Beratung und Unterstützung bei der Auswahl, Verwaltung und Optimierung ihrer Versicherungsdeckung zur Seite.
  • Langjährige Branchenerfahrung und Fachwissen: Unsere langjährige Erfahrung und Fachkompetenz ermöglichen es uns, unseren Kunden fundierte Beratung und maßgeschneiderte Lösungen anzubieten, die auf einem tiefen Verständnis der Versicherungsbranche basieren.
  • Innovative Technologie und digitale Services: Wir nutzen innovative Technologien und digitale Plattformen, um unseren Kunden einen bequemen und transparenten Zugang zu Versicherungsinformationen und -services zu ermöglichen.

So erreichst du uns

Wir beraten dich Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr

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Ihr Fahrplan zur Sicherheit

Die Wahl der Krankenversicherung ist für binationale Paare keine reine Preisfrage, sondern eine Frage des Aufenthaltsstatus. Ein Fehler hier kann zu einer Visumsablehnung oder teuren Nachzahlungen führen.

Wir bei Insurancy verstehen uns nicht nur als Makler, sondern als Ihre strategischen Partner in diesem Prozess. Da wir zu 100 % digital und unabhängig arbeiten, vergleichen wir für Sie über 200 Anbieter – von der spezialisierten Expat-Lösung bis zur Premium-PKV. Dabei prüfen wir immer zuerst die Behördenfestigkeit des Tarifs.

Zusätzlich unterstützen Sie mit Ihrer Entscheidung unsere Vision von Nachhaltigkeit: 20 % unserer Gewinne fließen direkt in soziale und ökologische Projekte. So sichern Sie nicht nur Ihre gemeinsame Zukunft in Deutschland ab, sondern leisten auch einen Beitrag für die Gesellschaft.

Lassen Sie uns gemeinsam prüfen, welche Lösung Ihre Einwanderung am sichersten begleitet.

Häufige Fragen aus unseren Beratungen (FAQ)

Kann mein Partner später zurück in die GKV wechseln?

Dies ist der heikelste Punkt. Wenn Ihr Partner einmal in der privaten Vollversicherung ist (und von der Versicherungspflicht befreit wurde), ist der Weg zurück in die GKV versperrt, es sei denn, es tritt eine neue Versicherungspflicht ein (z.B. Aufnahme einer angestellten Tätigkeit unterhalb der JAEG, aber über der Minijob-Grenze). Bei reinen Expat-Versicherungen ist der Wechsel oft einfacher, da diese zeitlich befristet sind.

Was passiert bei einer Schwangerschaft?

Vorsicht bei internationalen Tarifen: Viele haben eine Wartezeit von 8–10 Monaten für Entbindungskosten. Wenn eine Familienplanung ansteht, muss der Tarif sofort sitzen. Die GKV zahlt sofort, eine leistungsstarke PKV ebenfalls (bei Tarifabschluss vor Eintritt der Schwangerschaft).

Warum lehnt die Ausländerbehörde meine „Reisekrankenversicherung“ ab?

Weil eine Reisekrankenversicherung nicht für den dauerhaften Aufenthalt gedacht ist. Sie kalkuliert keine Rückstellungen für das Alter und endet meist nach 1–5 Jahren. Der deutsche Staat will verhindern, dass Zuwanderer im Alter oder bei Pflegebedürftigkeit dem Sozialstaat zur Last fallen. Daher ist die Pflegepflichtversicherung (Pflegepflicht) nicht verhandelbar.

Was ist der Unterschied zwischen § 28 und § 30 AufenthG für die Krankenversicherung?

§ 28 AufenthG regelt den Nachzug zu deutschen Staatsangehörigen. Wenn der in Deutschland lebende Partner Deutscher ist und GKV-pflichtversichert, eröffnet das die Möglichkeit der GKV-Familienversicherung – sobald der ausländische Partner angemeldet ist. § 30 AufenthG regelt den Ehegattennachzug zu Ausländern mit eigenem Aufenthaltstitel (z.B. Blaue Karte EU). Da der Hauptpartner selbst kein GKV-Recht über deutsche Staatsbürgerschaft mitbringt, ist die Versicherungssituation für den nachziehenden Partner oft komplexer und erfordert fast immer eine eigenständige IPMI-Lösung oder PKV.

Warum wird meine internationale Krankenversicherung von der Ausländerbehörde abgelehnt, obwohl sie gut und teuer ist?

Der häufigste Grund ist das Fehlen einer Pflegepflichtversicherung nach SGB XI. Viele hochwertige internationale Policen (Cigna Global, Allianz Care international) decken medizinische Behandlungen umfassend ab, enthalten aber keine Pflegeversicherung nach deutschem Standard. Die Ausländerbehörde prüft nicht nur den Krankenschutz, sondern das gesamte Absicherungspaket inklusive Pflege. Ein zweiter häufiger Grund: Das Versicherungszertifikat enthält keinen Verweis auf § 193 VVG, wodurch die Sachbearbeiterin die Police als Reiseversicherung einordnet.

Was ist BaFin-Konformität und warum ist sie für das Visum wichtig?

Die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) reguliert Versicherungsunternehmen in Deutschland. Eine BaFin-konforme Krankenversicherung wird nach deutschem Aufsichtsrecht betrieben, bildet Altersrückstellungen und muss den Anforderungen des § 193 VVG entsprechen. Für Visumszwecke bedeutet BaFin-Konformität, dass die Ausländerbehörde die Regulierung des Versicherers als deutschen oder gleichwertigen Standard anerkennt. Versicherer mit Sitz außerhalb der EU können nicht-BaFin-konform sein – was nicht automatisch zur Ablehnung führt, aber Rückfragen der Behörde wahrscheinlicher macht.

Ab welchem Einkommen fällt mein ausländischer Partner aus der GKV-Familienversicherung heraus?

Die Einkommensgrenze für die GKV-Familienversicherung liegt 2026 voraussichtlich bei ca. 565 € monatlich (dynamische Anpassung an die Bezugsgröße SGB). Alle Einkommensarten zählen: Arbeitseinkommen, Mieteinnahmen aus dem Heimatland, Kapitalerträge, Honorare. Wenn das Gesamteinkommen auch nur einen Euro über dieser Grenze liegt, entfällt die kostenlose Familienversicherung – und zwar sofort, nicht erst am nächsten Monatsersten. Bei Remote-Work für einen ausländischen Arbeitgeber: Das Einkommen zählt vollständig, auch wenn die Steuern im Heimatland gezahlt werden.

Kann ich PassportCard für das Visum meines ausländischen Partners nutzen?

PassportCard-Standardtarife sind für Visumszwecke nach § 28 oder § 30 AufenthG in der Regel nicht ausreichend, weil sie keine SGB XI-konforme Pflegepflichtversicherung enthalten und der substitutive Charakter nach § 193 VVG nicht bei allen Tarifen explizit dokumentiert ist. PassportCard ist eine exzellente Lösung für international mobile Personen ohne festen Deutschlandaufenthalt. Für den Visumsprozess eines dauerhaft in Deutschland lebenden Partners brauchen Sie einen separaten PPV-Vertrag und eine ergänzende Bescheinigung über den § 193 VVG-Status – was die Einfachheit des Produkts konterkariert.

Wie überbrücke ich die Lücke zwischen Einreisevisum und GKV-Familienversicherung?

Diese Lücke entsteht, weil die GKV-Familienversicherung erst nach der Anmeldung in Deutschland beginnt, das Einreisevisum aber einen Versicherungsnachweis vorher verlangt. Die Lösung: Schließen Sie für Ihren Partner eine kurzfristige Incoming-Versicherung ab, die die Zeit von der Einreise bis zur Anmeldung und dem ersten GKV-Tag überbrückt. Typische Dauer: 4–8 Wochen. Kosten: ca. 50–100 €. Wichtig: Diese Überbrückungsversicherung muss keine Pflegepflicht enthalten, da sie nur für das Einreisevisum genutzt wird, nicht für den dauerhaften Aufenthaltstitel.

Was passiert bei der Gesundheitsprüfung, wenn mein Partner keine deutsche Krankenakte hat?

Das ist eine häufige Herausforderung in der Praxis. Wenn der ausländische Partner in eine deutsche PKV eintreten möchte, ist eine vollständige Gesundheitserklärung erforderlich. Fehlende oder unvollständige Unterlagen führen oft zu Risikozuschlägen oder Ablehnungen. Die Lösung: Nutzen Sie eine anonyme Risikovoranfrage bei mehreren PKV-Anbietern, bevor Sie einen Antrag stellen. So wissen Sie im Voraus, welcher Versicherer den Partner ohne oder mit minimalen Aufschlägen annimmt, ohne dass die Ablehnung in der Versicherungshistorie vermerkt wird.

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