Das polnische Gesundheitssystem ist über den Nationalen Gesundheitsfonds (Narodowy Fundusz Zdrowia, NFZ) organisiert. Alle Einwohner Polens haben formal Zugang zur medizinischen Versorgung – die Realität sieht jedoch oft anders aus. Polen gab 2021 lediglich 6,6 % seines Bruttoinlandsprodukts für Gesundheit aus, davon nur 4,7 % aus öffentlichen Mitteln. Das liegt deutlich unter dem EU-Durchschnitt.
Die Folgen sind strukturell: lange Wartezeiten auf Facharzttermine, veraltete Ausstattung in manchen Einrichtungen, Versorgungslücken bei Zahnmedizin und Langzeitpflege sowie ein chronischer Personalmangel. Für Menschen, die aus Deutschland gewohnt sind, relativ schnell einen Spezialisten zu sehen, ist das ein erheblicher Unterschied.
EU-Bürger, die dauerhaft nach Polen ziehen und dort arbeiten, werden in der Regel in das NFZ-System eingegliedert – so sieht es die EU-Verordnung VO 883/2004 vor. NFZ-Mitglied zu sein bedeutet jedoch nicht, dass man auf die gleiche Versorgungsqualität zugreifen kann wie mit einer privaten internationalen Krankenversicherung.