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Kanada: Lückenloser Schutz ab Tag 1 – auch mit Vorerkrankungen

Das kanadische Medicare schützt Neuankömmlinge nicht sofort – und deckt Zahn, Medikamente und Physiotherapie grundsätzlich nicht ab. Eine internationale Krankenversicherung (IPMI) schließt diese Lücken vom ersten Tag an. Wir vergleichen 12 Anbieter und begleiten Sie persönlich durch den Antrag.

  • 3 Monate Medicare-Wartezeit
  • bis 60.000 € Rücktransport-Kosten
  • 12 Anbieter im IPMI-Vergleich
André Disselkamp
Autor & ExperteAndré Disselkamp
Co-Founder & IKV-Spezialist · Insurancy · DVA-zertifiziert
Über den AutorSchließen
Co-Founder Insurancy. Seit 2021 spezialisiert auf internationale Krankenversicherung — von Digital Nomads über Auswanderer bis Ruhestand im Ausland. Vermittelt unabhängig zwischen Genki, BDAE, Cigna, Morgan Price und 8+ weiteren IPMI-Anbietern.
IKV-SpezialistExpat-VersicherungDVA-zertifiziertIHK Vermittler
Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Wartezeit trifft fast jeden Neuankömmling. Die meisten Provinzen sehen bis zu 3 Monate vor, bevor Medicare greift – in dieser Zeit tragen Sie alle Kosten selbst.
  • Medicare hat erhebliche Leistungslücken. Zahnbehandlungen, Medikamente außerhalb des Krankenhauses, Physiotherapie und Ambulanzfahrten sind nicht abgedeckt – auch nach Ende der Wartezeit.
  • Vorerkrankungen sind kein Ausschlussgrund. Über FMU, Moratoriumsprinzip oder anonyme Risikovoranfrage finden sich für fast alle Gesundheitsprofile passende IPMI-Tarife.
  • Ablehnung hinterlässt Spuren im HIS-Pool. Ein abgelehnter Antrag kann künftige Anträge erschweren – strategische Voranfrage schützt davor.
  • IPMI ist kein Reiseschutz. Eine Standard-Auslandskrankenversicherung für Urlauber ist für Langzeitaufenthalte und Auswanderung grundsätzlich nicht geeignet.
Mit KI zusammenfassen
DAS KANADISCHE GESUNDHEITSSYSTEM

Medicare: Was es wirklich leistet – und was nicht

Wer die Lücken kennt, kann sich gezielt absichern. Hier die wichtigsten Fakten für Neuankömmlinge.

Wer hat Anspruch auf Medicare?

Nicht alle Einwanderer sind automatisch versichert – der Visumsstatus entscheidet.

Das kanadische Gesundheitssystem wird häufig als „Medicare

bezeichnet und basiert auf dem Canada Health Act von 1984. Es wird jedoch nicht zentral, sondern von den zehn Provinzen und drei Territorien individuell verwaltet – mit teils erheblichen Unterschieden bei Leistungen und Zugangsvoraussetzungen.

Grundsätzlich haben dauerhafte Einwohner Anspruch: Permanent Residents, kanadische Staatsbürger und bestimmte Work-Permit-Inhaber. Touristen und kurzfristig Eingereiste sind generell ausgeschlossen. Für Studenten gelten je nach Provinz und Universität Sonderregelungen, die jedoch keine vollwertige IPMI ersetzen.

  • Permanent Residents: anspruchsberechtigt nach Wartezeit
  • Kanadische Staatsbürger: sofortige Berechtigung
  • Work-Permit-Inhaber: abhängig von Provinz und Aufenthaltsdauer
  • Touristen: kein Medicare-Anspruch, unabhängig von Aufenthaltsdauer
  • Studenten: oft eigene Universitätsversicherung, aber mit Lücken

Die 3-monatige Wartezeit: Das unterschätzte Risiko

Mehrere Provinzen verlangen eine Wartezeit – in der Sie vollständig selbst zahlen.

Selbst wer alle Voraussetzungen für Medicare erfüllt, ist nicht sofort geschützt. Mehrere Provinzen sehen eine Wartezeit von bis zu drei Monaten vor. In dieser Phase haben Sie keinen Anspruch auf das staatliche System – alle medizinischen Kosten tragen Sie vollständig selbst.

Die Regelungen ändern sich regelmäßig und hängen vom jeweiligen Visumsstatus ab. Verlassen Sie sich nie auf mündliche Aussagen – prüfen Sie immer die aktuellen Provinzregelungen und sichern Sie sich privat ab.

  • Arztbesuch allgemein: 47–95 Euro
  • Facharztbesuch: 125–220 Euro
  • Stationärer Aufenthalt: 625–1.900 Euro pro Tag
  • Operation: 5.000–9.400 Euro
  • Medizinischer Rücktransport nach Deutschland: bis zu 60.000 Euro

Was Medicare nicht abdeckt – die wichtigsten Lücken

Zahn, Medikamente, Physio, Psychotherapie: alles Privatsache.

Medicare übernimmt medizinisch notwendige Arzt- und Krankenhausleistungen. Alles darüber hinaus – und das ist viel – liegt bei Ihnen. Gerade Einwanderer im erwerbsfähigen Alter fallen durch die Raster vieler Sonderprogramme.

Ambulanzfahrten sind eine besonders häufig unterschätzte Kostenfalle: Der Krankenwagen in Kanada ist nicht kostenlos. Je nach Provinz kostet eine Fahrt mehrere Hundert bis über tausend kanadische Dollar – auch für Medicare-Berechtigte.

  • Zahnbehandlungen (Reinigung, Füllung, Krone): nicht abgedeckt
  • Verschreibungspflichtige Medikamente außerhalb des Krankenhauses: Privatkosten
  • Physiotherapie und Ergotherapie: vollständig selbst zu zahlen
  • Psychotherapie (ambulant): nicht durch Medicare gedeckt
  • Brillen und Kontaktlinsen: für Erwachsene nicht erstattungsfähig
  • Ambulanzfahrten: kostenpflichtig, bis 1.000+ kanadische Dollar
HIS-Pool: Ablehnungen werden gespeichert
Wer einen IPMI-Antrag stellt und abgelehnt wird, riskiert einen Eintrag im HIS-Pool (Hinweis- und Informationssystem der Versicherungswirtschaft). Andere Versicherer können diesen Eintrag einsehen – was künftige Anträge erheblich erschwert. Stellen Sie daher niemals unvorbereitet einen formellen Antrag, wenn Vorerkrankungen vorliegen. Eine anonyme Risikovoranfrage schützt Sie vor diesem Risiko.
VORERKRANKUNGS-STRATEGIE

FMU oder Moratorium: Welcher Weg passt zu Ihnen?

Für Menschen mit Vorerkrankungen gibt es strukturierte Wege zur IPMI – kein pauschales Nein.

FMU (Vollständige Medizinische Untersuchung)

Umfassende Dokumentation vor Vertragsabschluss
  • GesundheitsprüfungVollständiger Fragebogen und ärztliche Untersuchung vor Antrag
  • EntscheidungszeitpunktKonditionen sind vor Vertragsabschluss verbindlich bekannt
  • Vorerkrankungen im SchutzDokumentierte Erkrankungen können nicht nachträglich ausgeschlossen werden
  • Wartefrist auf LeistungKein Warten auf Leistungsfreigabe – Schutz sofort nach Vertragsabschluss
  • HIS-Pool-RisikoFormeller Antrag mit Risiko einer Ablehnung im HIS-Pool
  • PlanungssicherheitHöchste Planungssicherheit: Zuschläge und Ausschlüsse vorab klar definiert

Moratoriumsprinzip

Kein Fragebogen, aber zeitlich begrenzte Ausschlüsse
  • GesundheitsprüfungKein Gesundheitsfragebogen – einfacher Einstieg
  • EntscheidungszeitpunktKonditionen hängen von Ihrem Verlauf in der Wartefrist ab
  • Vorerkrankungen im SchutzVorerkrankungen für typischerweise 2 Jahre vom Schutz ausgeschlossen
  • Wartefrist auf LeistungNach 2 symptomfreien Jahren wird der Ausschluss aufgehoben
  • HIS-Pool-RisikoKein Antrag, daher kein Eintrag im HIS-Pool
  • PlanungssicherheitPlanungssicherheit eingeschränkt – Leistung für Vorerkrankungen erst nach Wartefrist
ANTRAGSWEG BEI VORERKRANKUNGEN

So kommen Sie sicher zur richtigen IPMI

  1. Schritt 1
    Situation analysieren

    Gesundheitsprofil, Aufenthaltsstatus, Provinz und geplante Aufenthaltsdauer werden erfasst – Grundlage für die Anbieterwahl.

  2. Schritt 2
    Anonyme Risikovoranfrage

    Ihr Profil wird ohne Namensnennung bei mehreren Versicherern eingereicht. Kein HIS-Eintrag, keine Ablehnung – nur Konditionen im Vergleich.

  3. Schritt 3
    Angebote vergleichen

    Die eingegangenen Konditionen aus dem 12-Anbieter-Vergleich werden gegenübergestellt: Leistungsumfang, Prämie, Selbstbehalt.

  4. Schritt 4
    Antrag stellen und abschließen

    Mit Gewissheit über Annahme und Konditionen wird der formelle Antrag gestellt. Schutz ab Tag 1 in Kanada.

IPMI-LEISTUNGSUMFANG

Was eine gute internationale Krankenversicherung für Kanada abdeckt

  • Schutz ab Tag 1 – keine WartezeitDie IPMI gilt sofort nach Vertragsabschluss, überbrückt die provinzielle Medicare-Wartezeit lückenlos.
  • Zahnbehandlung & AugenversorgungRoutineuntersuchungen bis Zahnprothese und Sehhilfen – in Kanada besonders teuer und von Medicare nicht abgedeckt.
  • Verschreibungspflichtige MedikamenteAmbulante Dauermedikation ist durch Medicare nicht erstattungsfähig – eine gute IPMI übernimmt diese Kosten.
  • Physiotherapie & RehabilitationNach Unfall oder Operation: vollständige Reha-Kostenübernahme, inklusive Physio- und Ergotherapie.
  • Psychologische UnterstützungAmbulante Psychotherapie ist privat – eine IPMI stellt sicher, dass Sie auch in schwierigen Phasen Hilfe erhalten.
  • Ambulanzfahrten & RücktransportAmbulanzfahrten in Kanada sind kostenpflichtig; ein Rücktransport nach Deutschland kostet bis zu 60.000 Euro – IPMI übernimmt beides.
  • Weltweite DeckungEine gute IPMI gilt nicht nur in Kanada, sondern auch bei Reisen in andere Länder – für Geschäftsreisende und Weltenbummler.
  • Familienschutz ab Tag 1Kinder erkranken häufig – ein Kinderarztbesuch ohne Versicherung kostet 150–200 Euro. IPMI schützt die ganze Familie sofort.
Marktbreiter Vergleich statt Einzelanbieter
PassportCard, Cigna, April International und Mawista sind nur vier der zwölf IPMI-Anbieter, die Insurancy.de systematisch vergleicht. Die Unterschiede beim Leistungsumfang für Vorerkrankungen, bei Deckungssummen, Selbstbehalten und Prämienentwicklung im Alter sind erheblich. Ein Vergleich von nur drei oder vier Anbietern gibt kein vollständiges Marktbild. Erst ein breiter, anbieterübergreifender Überblick stellt sicher, dass Sie den für Ihre Situation optimalen Schutz erhalten – und nicht nur ein verfügbares Produkt.
FÜR WEN DIESER GUIDE GILT

Wer braucht eine internationale Krankenversicherung für Kanada?

Expats & Entsandte
Wer vom Arbeitgeber nach Kanada entsendet wird, erhält nicht automatisch vollständigen Versicherungsschutz. Medicare greift erst nach der Wartezeit – und deckt keine Zahnleistungen oder Medikamente. Eine IPMI schließt diese Lücken vom ersten Arbeitstag an.
Auswanderer & Familien
Wer dauerhaft nach Kanada zieht, braucht vollwertigen Schutz für die gesamte Familie. Besonders Familien mit Kindern sind auf schnellen Zugang zur medizinischen Versorgung angewiesen – ohne Wartezeit und ohne Kostenfallen beim Kinderarzt.
Selbstständige & Freiberufler
Selbstständige in Kanada haben keinen Arbeitgeber, der eine betriebliche Krankenversicherung übernimmt. Eine IPMI ist hier die einzige Möglichkeit, vollständigen Schutz inklusive Einkommensabsicherung bei Krankheit zu gewährleisten.
Langzeitaufenthalter & Rentner
Wer als Rentner oder Sabbatical-Nehmer länger in Kanada lebt, verliert häufig den deutschen Krankenversicherungsschutz. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit von Leistungen – eine lückenlose IPMI wird zur existenziellen Absicherung.
HÄUFIGE FRAGEN

Krankenversicherung Kanada: Ihre Fragen beantwortet

Gilt meine deutsche gesetzliche oder private Krankenversicherung in Kanada?
Grundsätzlich nein – zumindest nicht für Langzeitaufenthalte. Gesetzliche Krankenkassen enden mit der Abmeldung des Hauptwohnsitzes oder nach einem definierten Auslandszeitraum. Private deutsche Krankenversicherungen haben in der Regel keine weltweite Deckung für dauerhafte Auslandsaufenthalte. Ab einem Aufenthalt von mehr als einigen Wochen benötigen Sie eine eigenständige internationale Krankenversicherung.
Wie lange dauert die Wartezeit auf Medicare und was tue ich in dieser Zeit?
Die Wartezeit beträgt in mehreren Provinzen bis zu drei Monate ab Registrierung als dauerhafter Einwohner. In dieser Zeit sind Sie ohne staatlichen Schutz. Die Lösung: eine IPMI, die ab dem ersten Tag in Kanada gilt und die Wartezeit lückenlos überbrückt. Informieren Sie sich immer direkt bei der zuständigen Provinzbehörde über die aktuellen Regelungen – diese können sich ändern.
Was kostet eine internationale Krankenversicherung für Kanada?
Die Kosten hängen von Alter, Gesundheitszustand, gewähltem Leistungsumfang, Selbstbehalt und Anbieter ab. Als grobe Orientierung: Für einen gesunden Erwachsenen mittleren Alters beginnen solide IPMI-Tarife bei etwa 150 bis 300 Euro pro Monat. Bei Vorerkrankungen oder höherem Alter steigen die Prämien. Ein individueller Vergleich über mehrere Anbieter ist unerlässlich – pauschale Preisangaben ohne Bedarfsanalyse sind wenig aussagekräftig.
Ich habe eine Vorerkrankung – bekomme ich überhaupt eine IPMI für Kanada?
In den meisten Fällen ja – aber der Weg entscheidet. Über eine anonyme Risikovoranfrage wird Ihr Profil ohne Namensnennung bei mehreren Versicherern angefragt. Sie erhalten Konditionen zurück, ohne einen formellen Antrag zu stellen – und damit ohne Risiko eines HIS-Pool-Eintrags. Erst wenn Sie das beste Angebot identifiziert haben, stellen Sie den formellen Antrag. Ergänzend stehen FMU (Vollständige Medizinische Untersuchung) und das Moratoriumsprinzip als Wege zur Verfügung.
Wie unterscheiden sich PassportCard, Cigna und April International voneinander?
PassportCard punktet mit direkter Kartenabrechnung ohne Vorkasse und 24/7-Notfallservice – praktisch für unkomplizierte Abwicklung im Alltag. Cigna Global bietet globale Reichweite mit modularem Aufbau und starken Klinik-Netzwerken, besonders interessant für international mobile Expats. April International ist mit über 40 Jahren Erfahrung auf Auswanderer und Langzeitaufenthalte spezialisiert und bietet umfangreiche Zahnleistungen. Welcher Anbieter für Sie optimal ist, hängt von Ihrer Situation, Ihrem Gesundheitsprofil und dem gewünschten Leistungsumfang ab – nicht vom Markenimage.
Brauche ich als Student in Kanada eine eigene internationale Krankenversicherung?
Das hängt von Universität und Provinz ab. Viele kanadische Hochschulen bieten eigene Studentenkrankenversicherungen an – diese decken jedoch oft nur Grundleistungen ab und sind nicht mit einer vollwertigen IPMI vergleichbar. Wer aus Deutschland kommt und seinen Hauptwohnsitz abgemeldet hat, verliert in der Regel den deutschen Versicherungsschutz. Eine spezialisierte Studentenkrankenversicherung oder IPMI sollte individuell geprüft werden.
Was passiert, wenn ich in Kanada ohne Versicherung in die Notaufnahme muss?
Sie werden nicht unbehandelt gelassen – kanadische Notaufnahmen behandeln jeden. Aber Sie erhalten danach eine Rechnung. Ein mehrtägiger stationärer Aufenthalt kostet 625 bis 1.900 Euro pro Tag, eine Operation 5.000 bis 9.400 Euro. Hinzu kommen Ambulanzkosten. Im schlimmsten Fall – ein medizinischer Rücktransport nach Deutschland – fallen bis zu 60.000 Euro an. Ohne Versicherung tragen Sie dieses Risiko vollständig selbst.
Was ist der Unterschied zwischen einer Auslandskrankenversicherung und einer IPMI?
Eine Auslandskrankenversicherung ist für kurzfristige Auslandsaufenthalte wie Urlaub oder Reisen konzipiert – typischerweise für wenige Wochen oder Monate. Eine International Private Medical Insurance (IPMI) ist eine vollwertige Krankenversicherung für Menschen, die dauerhaft oder langfristig im Ausland leben. Sie deckt nicht nur Notfälle ab, sondern den gesamten Leistungsumfang inklusive Zahn, Medikamente, Physiotherapie und psychologische Unterstützung. Für Auswanderung oder Langzeitaufenthalt in Kanada ist eine IPMI zwingend erforderlich.

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