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Krankenversicherung für Andorra: Was Auswanderer wirklich brauchen

Andorra ist kein EU-Mitglied — die EHIC gilt nicht, die deutsche GKV greift nicht, und ohne private internationale Krankenversicherung gibt es keine Aufenthaltsgenehmigung. Dieser Leitfaden erklärt, welche Versicherung für welchen Status Pflicht ist und wie Sie die richtige IPMI finden.

  • Nicht gültig EHIC in Andorra
  • 75–90 % CASS-Erstattungsquote
  • 2 Typen aktive vs. passive Residenz
André Disselkamp
Autor & ExperteAndré Disselkamp
Co-Founder & IKV-Spezialist · Insurancy · DVA-zertifiziert
Über den AutorSchließen
Co-Founder Insurancy. Seit 2021 spezialisiert auf internationale Krankenversicherung — von Digital Nomads über Auswanderer bis Ruhestand im Ausland. Vermittelt unabhängig zwischen Genki, BDAE, Cigna, Morgan Price und 8+ weiteren IPMI-Anbietern.
IKV-SpezialistExpat-VersicherungDVA-zertifiziertIHK Vermittler
Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • EHIC gilt in Andorra nicht. Da Andorra kein EU- oder EWR-Mitglied ist, hat die Europäische Krankenversicherungskarte dort keine Gültigkeit — anders als in Spanien oder Frankreich.
  • Passive Residenz erfordert eine IPMI als Pflichtnachweis. Wer ohne lokale Erwerbstätigkeit einwandert, muss eine vollständige internationale Krankenversicherung vorlegen — die Aufenthaltsgenehmigung wird sonst nicht erteilt.
  • Die CASS deckt nur 75–90 % der Kosten. Selbst aktive Residenten mit CASS-Pflichtversicherung tragen bei Operationen oder langen Krankenhausaufenthalten erhebliche Eigenbeteiligungen selbst.
  • Reisekrankenversicherung ist das falsche Produkt. Für dauerhaften Wohnsitz in Andorra akzeptieren die Behörden keine Reise-KV als Nachweis — nur eine vollwertige IPMI erfüllt die Anforderungen.
  • Vorerkrankungen schließen eine IPMI nicht aus. Anonyme Risikovoranfragen ermöglichen es, den Markt zu sondieren, bevor ein formeller Antrag gestellt wird — so entstehen keine Ablehnungsvermerke in der Versicherungshistorie.
Mit KI zusammenfassen
Andorra ist kein EU-Staat — das ändert alles
Viele Auswanderer gehen davon aus, dass die Nähe zu Frankreich und Spanien auch versicherungsrechtliche Gleichstellung bedeutet. Das ist ein Irrtum: Die EHIC ist in Andorra wertlos. Kein Sozialversicherungsabkommen mit Deutschland, kein S1-Formular, keine GKV-Auslandsdeckung. Die Versicherungspflicht richtet sich ausschließlich nach andorranischem Recht — und das unterscheidet streng zwischen aktivem und passivem Aufenthaltsstatus.
AUFENTHALTSSTATUS VERGLEICH

Aktive versus passive Residenz in Andorra

Ihr Versicherungsbedarf hängt vollständig davon ab, welchen Rechtsstatus Sie in Andorra anstreben. Dieser Vergleich zeigt, was jeweils gilt.

Aktive Residenz

Lokale Erwerbstätigkeit als Angestellter oder Selbstständiger
  • Zugang zur CASSAutomatische CASS-Pflichtmitgliedschaft durch lokalen Arbeitsvertrag
  • VersicherungspflichtBeiträge werden zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer geteilt — wie in Deutschland
  • Private KV als VisumnachweisKein eigenständiger IPMI-Nachweis für die Aufenthaltsgenehmigung erforderlich
  • EigenbeteiligungCASS erstattet nur 75–90 % der Kosten — Zuzahlungen bleiben bestehen
  • Empfohlene ErgänzungPrivate Zusatzversicherung freiwillig, aber bei Operationen klar empfehlenswert
  • Typische ZielgruppeAngestellte, Selbstständige mit andorranischer Gewerbeanmeldung

Passive Residenz

Aufenthalt ohne lokale Erwerbstätigkeit — Rentner, Investoren, Privatiers
  • Zugang zur CASSKein automatischer CASS-Zugang — das System bleibt vollständig verschlossen
  • VersicherungspflichtPrivate internationale Krankenversicherung ist gesetzlich vorgeschriebene Bedingung
  • Private KV als VisumnachweisVollständige IPMI muss als Pflichtnachweis beim Visumantrag vorgelegt werden
  • EigenbeteiligungKein behördlich vorgeschriebener Eigenanteil — die IPMI trägt die volle Last
  • Empfohlene ErgänzungIPMI muss ambulante, stationäre Leistungen und Rücktransport vollständig abdecken
  • Typische ZielgruppeRentner, Investoren, vermögende Privatiers ohne andorranische Arbeitstätigkeit
DAS ANDORRANISCHE GESUNDHEITSSYSTEM

Die CASS und ihre Grenzen verstehen

Wer die CASS kennt, weiß warum private Absicherung in Andorra keine Frage des Komforts ist — sondern der Vernunft.

Wie funktioniert die CASS?

Rückerstattungsprinzip statt Direktabrechnung — was das im Ernstfall bedeutet.

Die Caixa Andorrana de Seguretat Social (CASS) ist Andorras öffentliches Sozialversicherungssystem und deckt neben der Krankenversicherung auch Renten, Arbeitslosigkeit und Mutterschaftsleistungen ab. Das medizinische Niveau in Andorra ist hoch: moderne Krankenhäuser, gut ausgebildete Ärzte und kurze Wartezeiten sind die Regel.

Das Funktionsprinzip der CASS unterscheidet sich jedoch vom deutschen GKV-Modell: Sie gehen zunächst selbst zum Arzt, bezahlen die Rechnung aus eigener Tasche und reichen sie anschließend bei der CASS ein. Die Kasse erstattet dann 75 bis 90 Prozent der anerkannten Kosten. Den verbleibenden Anteil tragen Sie selbst.

Bei einem Routinebesuch beim Hausarzt ist diese Eigenleistung überschaubar. Bei einer Operation, einem längeren Krankenhausaufenthalt oder aufwändiger Zahnbehandlung kann die Eigenbeteiligung schnell in den vierstelligen Bereich steigen. Genau deshalb ist in Andorra eine private Zusatz- oder Vollversicherung weit verbreitet.

Was CASS nicht abdeckt — und wann die IPMI einspringt

Hochspezialisierte Eingriffe fehlen: Andorra hat kein Universitätsklinikum.

Andorra verfügt über kein eigenes Universitätsklinikum für hochspezialisierte Eingriffe. Bei schweren Erkrankungen oder komplexen Operationen erfolgt häufig ein Rücktransport nach Spanien oder Frankreich — und manchmal nach Deutschland. Diese Transporte sind kostspielig und von der CASS nur teilweise gedeckt.

Eine vollwertige IPMI sollte deshalb medizinischen Rücktransport und Evakuierung ausdrücklich einschließen. Prüfen Sie bei der Tarifwahl, ob diese Leistung unbegrenzt oder auf eine Deckungssumme begrenzt ist.

Für passive Residenten ohne jeden CASS-Zugang ist die IPMI ohnehin die einzige Absicherung — sie muss ambulante und stationäre Behandlungen, Notaufnahmen, Operationen, Rehabilitation und idealerweise Zahnleistungen vollständig abdecken.

Gilt meine deutsche Krankenversicherung in Andorra?

GKV, PKV, EHIC, S1 — was greift wirklich, was ist Illusion?

Die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) gilt in Andorra nicht. Da Andorra kein EU- oder EWR-Mitglied ist, greift der europäische Rahmen für die gegenseitige Anerkennung von Krankenversicherungsleistungen hier nicht — die Karte, die Sie in Spanien oder Frankreich bedenkenlos nutzen können, ist in Andorra wirkungslos.

Die deutsche gesetzliche Krankenversicherung (GKV) übernimmt im Ausland grundsätzlich nur Kosten, wie sie auch in Deutschland entstanden wären — und das auch nur in Ländern mit entsprechenden Sozialversicherungsabkommen. Für Andorra existiert kein solches Abkommen. Wer seinen Hauptwohnsitz nach Andorra verlegt, wird in der Regel aus der deutschen GKV ausgesteuert.

Das S1-Formular, das deutschen Rentnern unter bestimmten Bedingungen Zugang zu Gesundheitsleistungen im EU-Ausland ermöglicht, funktioniert in Andorra ebenfalls nicht. Auch die deutsche private Krankenversicherung (PKV) bietet zwar in vielen Tarifen einen weltweiten Notfallschutz, sieht aber bei dauerhaftem Wohnsitzwechsel ins Nicht-EU-Ausland oft Einschränkungen oder den Verlust des Versicherungsschutzes vor. Eine eigenständige IPMI bleibt in den meisten Fällen unumgänglich.

VERSICHERUNGSFORMEN IM VERGLEICH

IPMI versus Reisekrankenversicherung für Andorra

Der häufigste und teuerste Irrtum bei der Auswanderung: Die Reise-KV ist kein Ersatz für eine IPMI — und andorranische Behörden akzeptieren sie nicht als Nachweis.

IPMI — Internationale Krankenversicherung

Vollwertige Krankenversicherung für dauerhaft im Ausland Lebende
  • KonzeptionKonzipiert als Dauerlösung für Auswanderer, Expats und passive Residenten
  • AufenthaltsdauerUnbegrenzte Laufzeit — Police bleibt aktiv solange Sie in Andorra leben
  • Vorsorge & ChronischesDeckt Vorsorgeuntersuchungen, chronische Erkrankungen und Langzeitbehandlungen
  • Visum-NachweisWird von andorranischen Behörden als Pflichtnachweis für passive Residenz anerkannt
  • LeistungsumfangAmbulant, stationär, Rücktransport, Zahn (je nach Tarif) — vollständiger Schutz
  • KostenHöhere Monatsprämie — abhängig von Alter, Gesundheit und Selbstbehalt

Reisekrankenversicherung

Kurzfristschutz für Urlauber — falsch dimensioniert für Andorra
  • KonzeptionFür Urlauber und Kurzaufenthalte bis wenige Monate konzipiert — nicht für Wohnsitz
  • AufenthaltsdauerZeitlich begrenzt — endet nach wenigen Wochen oder Monaten automatisch
  • Vorsorge & ChronischesDeckt keine Vorsorge, keine chronischen Erkrankungen, keine Langzeittherapie
  • Visum-NachweisNicht anerkannt von andorranischen Behörden als Visumnachweis für passive Residenz
  • LeistungsumfangNur akute Notfälle — kein vollwertiger Krankenversicherungsschutz
  • KostenDeutlich günstigere Monatsprämie — aber für Andorra das falsche Produkt
IPMI-ANBIETER FÜR ANDORRA

Relevante internationale Krankenversicherungen im Überblick

Nicht jeder IPMI-Anbieter eignet sich gleich gut für die spezifische Situation in Andorra. Diese Anbieter kommen für Auswanderer und Expats ernsthaft in Betracht.

April International
Französischer Spezialist mit starker Präsenz im europäischen Raum und modularen Tarifen.
ZielgruppeAuswanderer mit Frankreich-Bezug
ab/Monatab ca. 100 €
Details →
Foyer Global Health
Luxemburgischer Expat-Spezialist: wettbewerbsfähig, flexibel, umfassend.
ZielgruppeExpats mit individuellem Bedarf
ab/Monatab ca. 150 €
Details →
Freedom Health
Flexible IPMI mit verschiedenen Deckungsebenen — kosteneffizient für jüngere Auswanderer.
ZielgruppeJüngere Auswanderer, Budgetbewusste
ab/Monatab ca. 210 €
Details →
Morgan Price
Erfahrener britischer IPMI-Spezialist mit hohen Deckungssummen für ältere Versicherungsnehmer.
ZielgruppeÄltere Versicherungsnehmer, komplexe Gesundheitsprofile
ab/Monatab ca. 145 €
Details →
Allianz Care
Weltmarken-Standard mit starkem USA-Netzwerk, verlässliche Leistungsabwicklung.
ZielgruppeExpats in USA und kostenintensiven Ländern
ab/Monatab ca. 140 €
Details →
BDAE
Spezialist für Deutsche im Ausland — attraktive Tarife, gute Beratungsqualität.
ZielgruppeDeutsche Auswanderer, Rentner im Ausland, wohnsitzlose Versicherte
ab/Monatab ca. 90 €
Details →
Cigna Global
Flexibel modular aufgebaut, starkes Online-Management, weltweite Präsenz.
ZielgruppeDigitale Nomaden, Expats mit Flexibilitätsbedarf
ab/Monatab ca. 120 €
Details →
Genki
App-first, monatlich kündbar, kein fester Wohnsitz nötig.
ZielgruppeDigital Nomads, Grenzgänger mit flexibler Basis
ab/Monatab ca. 79 €
Details →
MAWISTA
Kurzzeit- und Schengen-ready, einfacher Abschluss ab 1 Monat.
ZielgruppeStudierende, Au-pairs, Praktikanten, Sprachaufenthalte
ab/Monatab ca. 55 €
Details →
PassportCard
Cashless-Claim über eigene Debit-Karte, keine Vorfinanzierung.
ZielgruppeExpats mit häufigen Arztbesuchen, Familien
ab/Monatab ca. 98 €
Details →
VORERKRANKUNGEN

Auch mit Vorerkrankungen versicherbar in Andorra

Wer die richtigen Methoden kennt, findet in den meisten Fällen eine IPMI — ohne Ablehnungsvermerke zu riskieren.

Full Medical Underwriting (FMU): Klarheit von Anfang an

Vollständige Gesundheitsprüfung — dafür keine bösen Überraschungen im Leistungsfall.

Beim Full Medical Underwriting füllen Sie beim Antrag einen detaillierten Gesundheitsfragebogen aus. Der Versicherer prüft Ihre Krankengeschichte und entscheidet dann, ob er Sie versichert, bestimmte Vorerkrankungen ausschließt oder einen Risikozuschlag erhebt.

Das klingt zunächst belastend, hat aber einen entscheidenden Vorteil: Sie wissen von Anfang an genau, was abgedeckt ist und was nicht. Keine bösen Überraschungen im Leistungsfall, keine nachträglichen Streitigkeiten über die Deckung. Für passive Residenten, die den Behörden eine belastbare Police vorlegen müssen, ist diese Planungssicherheit besonders wertvoll.

Moratoriumsprinzip: Einfacher Einstieg, weniger Planungssicherheit

Keine Gesundheitsprüfung — aber Vorerkrankungen bleiben zunächst ausgeschlossen.

Beim Moratoriumsprinzip werden Vorerkrankungen nicht im Vorfeld geprüft, sondern für einen definierten Zeitraum — meist zwei bis fünf Jahre — vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Wenn Sie in diesem Zeitraum keine Behandlung wegen der betreffenden Erkrankung benötigen, wird sie danach automatisch in den Schutz aufgenommen.

Das Moratoriumsprinzip ist einfacher in der Handhabung und erfordert keine umfangreiche Offenlegung. Der Nachteil: Sie wissen nicht mit Sicherheit, ob eine bestimmte Erkrankung im Leistungsfall gedeckt wird — das schafft Unsicherheit, die gerade bei chronischen Erkrankungen belastend sein kann.

Anonyme Risikovoranfrage: Markt sondieren ohne Risiko

Konditionen kennen, bevor ein formeller Antrag gestellt wird — schützt die Versicherungshistorie.

Die anonyme Risikovoranfrage ist ein besonders wertvolles Instrument für Menschen mit Vorerkrankungen. Dabei wird Ihr Gesundheitsprofil — ohne Ihren Namen oder persönliche Daten — bei mehreren Versicherern gleichzeitig angefragt. Sie erhalten eine realistische Einschätzung, zu welchen Konditionen eine Versicherung möglich wäre, bevor Sie einen formellen Antrag stellen.

Das schützt Sie davor, durch mehrere abgelehnte Anträge in der Versicherungshistorie aufzutauchen. Jede formelle Ablehnung wird vermerkt und erschwert künftige Anträge erheblich. Ein auf IPMI spezialisierter Berater kennt die Risikobereitschaft der einzelnen Anbieter — manche Versicherer sind bei bestimmten Erkrankungen deutlich offener als andere — und kann gezielt für Sie sondieren.

FAHRPLAN

Schritt für Schritt zur richtigen Krankenversicherung für Andorra

Strukturiert vorgehen — von der Bedarfsanalyse bis zur fertigen Police, bevor der Umzug beginnt.

  1. 1
    Aufenthaltsstatus klären

    Bestimmen Sie, ob Sie eine aktive oder passive Residenz anstreben. Bei aktiver Residenz (lokale Arbeit) werden Sie in die CASS eingegliedert; bei passiver Residenz brauchen Sie eine vollständige IPMI als Pflichtnachweis. Dieser eine Punkt entscheidet über alles Weitere.

  2. 2
    Deutschen Versicherungsstatus prüfen

    Klären Sie, wann Ihre GKV oder PKV bei dauerhaftem Wegzug endet. Viele PKV-Tarife sehen bei Wohnsitzwechsel ins Nicht-EU-Ausland Einschränkungen vor. Diese Fragen müssen vor dem Umzug geklärt sein — nicht danach.

  3. 3
    Vorerkrankungen frühzeitig ansprechen

    Falls Sie chronische Erkrankungen haben oder regelmäßig Medikamente nehmen, starten Sie mit einer anonymen Risikovoranfrage. So kennen Sie die realistischen Konditionen, bevor ein formeller Antrag irgendwo gestellt wird — und Ihre Versicherungshistorie bleibt sauber.

  4. 4
    IPMI-Angebote vergleichen lassen

    Achten Sie darauf, dass Andorra explizit im Deckungsgebiet enthalten ist, der Leistungsumfang ambulant und stationär vollständig ist und medizinischer Rücktransport eingeschlossen ist. Ein Berater mit IPMI-Erfahrung kennt die Besonderheiten der einzelnen Anbieter.

  5. 5
    Police abschließen und Nachweis für Visum sichern

    Für passive Residenten muss die Versicherungsbestätigung beim Visumantrag eingereicht werden. Stellen Sie sicher, dass die Police dauerhaft aktiv ist — nicht nur bei Antragstellung, sondern für die gesamte Aufenthaltsdauer.

WORAUF SIE ACHTEN SOLLTEN

Checkliste: Kriterien für Ihre IPMI in Andorra

Diese Punkte sollten Sie bei der Tarifwahl prüfen, bevor Sie eine Police unterschreiben.

  • Andorra explizit im DeckungsgebietManche Tarife definieren das Deckungsgebiet so eng, dass Andorra herausfällt. Prüfen Sie die Bedingungen — Andorra ist geografisch in Europa, aber versicherungsrechtlich ein Sonderfall.
  • Ambulante und stationäre VolldeckungAls passiver Resident ist die IPMI Ihre einzige Absicherung. Stellen Sie sicher, dass ambulante Behandlungen, Operationen, Notaufnahmen und Rehabilitation vollständig gedeckt sind.
  • Rücktransport und Evakuierung eingeschlossenAndorra hat kein Universitätsklinikum für hochspezialisierte Eingriffe. Bei schweren Erkrankungen ist ein Rücktransport nach Frankreich, Spanien oder Deutschland möglich — das muss die Police tragen.
  • Ausreichend hohe DeckungssummeWählen Sie eine Deckungssumme, die auch schwere Langzeiterkrankungen vollständig abdeckt. Zu niedrige Summen heben den Schutzzweck im Ernstfall auf.
  • Behördlich anerkannte Police für VisumDie Police muss dauerhaft aktiv sein und die behördlichen Anforderungen für die passive Aufenthaltsgenehmigung erfüllen — fragen Sie Ihren Berater nach dem passenden Format der Versicherungsbestätigung.
  • Selbstbehalt bewusst wählenEin höherer Selbstbehalt senkt die Monatsprämie, erhöht aber Ihre Eigenbeteiligung im Leistungsfall. Kalkulieren Sie realistisch, welche Eigenbeteiligung Sie im schlimmsten Fall tragen könnten.
Insurancy Fachberatung
BERATUNGS-HINWEIS
Andorra ist kein Standardfall im IPMI-Markt. Wer ohne Vorkenntnis eigenständig Anträge stellt, riskiert nicht nur Ablehnungen — sondern eine dauerhaft verschlechterte Ausgangsposition für künftige Versicherungen.
Insurancy Fachberatung · Spezialisiert auf internationale Krankenversicherungen und IPMI-Lösungen für Auswanderer
HÄUFIGE FRAGEN

Krankenversicherung Andorra: Antworten auf Ihre Fragen

Muss ich für eine passive Residenz in Andorra eine private Krankenversicherung nachweisen?
Ja, das ist eine zwingende Pflichtvoraussetzung. Wer ohne lokale Erwerbstätigkeit nach Andorra einwandert — als Rentner, Investor oder Privatier — hat keinen Zugang zur CASS und muss beim Visumantrag den Nachweis einer vollständigen privaten Krankenversicherung erbringen. Ohne diesen Nachweis wird die Aufenthaltsgenehmigung nicht erteilt.
Gilt die EHIC (Europäische Krankenversicherungskarte) in Andorra?
Nein. Andorra ist weder EU- noch EWR-Mitglied, weshalb die EHIC dort keine Gültigkeit hat. Die Karte, die Sie in Spanien, Frankreich oder Portugal problemlos nutzen können, ist in Andorra wirkungslos. Das ist einer der häufigsten Irrtümer bei der Planung einer Auswanderung nach Andorra.
Was deckt die CASS ab — und was nicht?
Die CASS erstattet im Allgemeinen 75 bis 90 Prozent der anfallenden Gesundheitskosten. Die Abrechnung erfolgt nach dem Rückerstattungsprinzip: Sie bezahlen zunächst selbst, reichen die Rechnung ein und erhalten dann den Erstattungsanteil. Was die CASS nicht abdeckt: hochspezialisierte Eingriffe außerhalb Andorras werden nur teilweise getragen, und bei Zahnbehandlungen oder langen Krankenhausaufenthalten können die Eigenanteile schnell vierstellig werden.
Kann ich mit einer Vorerkrankung überhaupt eine internationale Krankenversicherung für Andorra bekommen?
In den meisten Fällen ja — wenn man den richtigen Weg geht. Über Full Medical Underwriting erhalten Sie klare Konditionen, bei denen Vorerkrankungen ausgeschlossen oder mit Zuschlag versichert werden. Das Moratoriumsprinzip ermöglicht den Einstieg ohne Fragebogen, schließt Vorerkrankungen aber zunächst zeitlich aus. Eine anonyme Risikovoranfrage — ohne Ihren Namen — ist der sicherste erste Schritt, um realistische Konditionen zu kennen, ohne Ablehnungsvermerke zu riskieren.
Welche Probleme entstehen, wenn ich als aktiver Resident Andorras die CASS-Zuzahlungen unterschätze?
Bei Routinebehandlungen sind die Eigenanteile überschaubar. Bei einer Operation, Rehabilitation oder einem längeren Krankenhausaufenthalt können die Zuzahlungen jedoch rasch in den vierstelligen Bereich steigen. Hinzu kommt, dass Andorra kein Universitätsklinikum für hochspezialisierte Eingriffe hat — ein Rücktransport nach Spanien oder Frankreich ist dann oft notwendig und teuer. Deshalb ist auch für aktive Residenten eine private Zusatzversicherung zur CASS klar empfehlenswert.
Wie lange muss eine IPMI für die passive Residenz in Andorra gültig sein?
Die Police muss dauerhaft aktiv sein — nicht nur bei Antragstellung, sondern für die gesamte Dauer des Aufenthalts. Eine Reisekrankenversicherung mit befristeter Laufzeit oder eine Police, die nach einigen Monaten endet, wird von den andorranischen Behörden nicht anerkannt. Bei der Tarifwahl sollten Sie deshalb auf unbegrenzte Verlängerbarkeit oder eine langfristig angelegte Police achten.
Deckt meine deutsche PKV den dauerhaften Aufenthalt in Andorra ab?
In den meisten Fällen nur eingeschränkt. Viele PKV-Tarife sehen bei dauerhaftem Wohnsitzwechsel ins Nicht-EU-Ausland Einschränkungen oder den Verlust des Versicherungsschutzes vor. Ein weltweiter Notfallschutz ist zwar oft enthalten, reicht aber für einen dauerhaften Aufenthalt nicht aus. Prüfen Sie Ihren PKV-Vertrag vor dem Umzug — und rechnen Sie damit, dass in den meisten Fällen eine eigenständige IPMI notwendig wird.
Warum reicht eine Reisekrankenversicherung für Andorra nicht aus?
Eine Reisekrankenversicherung ist für Kurzaufenthalte von wenigen Wochen bis Monaten konzipiert. Sie deckt nur akute Notfälle, keine Vorsorgeuntersuchungen, keine chronischen Erkrankungen und keine Langzeitbehandlungen. Für dauerhaften Wohnsitz in Andorra ist sie das falsche Produkt — und die andorranischen Behörden akzeptieren sie für die passive Aufenthaltsgenehmigung ausdrücklich nicht als Nachweis.

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