Das Instituto Ecuatoriano de Seguridad Social (IESS) verwaltet die staatliche Krankenversorgung und bietet ecuadorianischen Staatsbürgern und formell Beschäftigten Grundversorgung: Krankenhausaufenthalte, ambulante Behandlungen, Medikamente. Für Ausländer ist der Zugang an eine formelle Beschäftigung oder Mitgliedschaft geknüpft – für Rentner, Selbstständige und digitale Nomaden praktisch unerreichbar.
Lange Wartezeiten bei Fachärzten, fehlende Medikamente und veraltete Infrastruktur in ländlichen Gebieten sind strukturelle Schwächen des Systems. Rund 45 Prozent der jährlichen Gesundheitsausgaben in Ecuador stammen aus privaten Zuzahlungen der Bevölkerung – ein klares Signal, dass selbst Ecuadorianer dem Staatssystem nicht vollständig vertrauen.
Für deutsche Auswanderer, die an hohe medizinische Standards gewöhnt sind, ist das IESS keine realistische Versorgungsoption. Die private medizinische Infrastruktur – Hospital Metropolitano und Hospital de los Valles in Quito, Hospital Clínica Kennedy in Guayaquil – erfüllt dagegen internationale Standards, ist aber ohne Versicherung entsprechend teuer.