Ein weit verbreiteter Irrtum: Das norwegische Gesundheitssystem übernimmt alle Kosten. In Wirklichkeit zahlen Patienten Zuzahlungen bei nahezu jeder Behandlung – beim Hausarzt, beim Facharzt, im Labor und in der Notaufnahme.
Erst wenn Ihre Eigenbeteiligungen im Laufe eines Jahres die Frikort-Schwelle von rund 2.040 NOK erreichen, erhalten Sie den sogenannten Frikort (Freifahrtschein) – danach werden viele Leistungen kostenfrei. Für Gesunde ist das überschaubar. Wer jedoch chronisch krank ist, mehrere Facharzttermine benötigt oder Medikamente auf Dauerrezept nimmt, zahlt bis zur Schwelle jedes Jahr aus eigener Tasche.
Grundsätzlich ausgenommen vom Frikort bleiben: Zahnbehandlungen für Erwachsene, Physiotherapie ohne Überweisung und viele Medikamente außerhalb der Erstattungsliste. Wer in der zweiten Jahreshälfte nach Norwegen einreist, trägt unter Umständen doppelte Kosten – einmal in Deutschland, einmal in Norwegen – ohne je die Frikort-Schwelle zu erreichen.
- Hausarzt, Facharzt, Labor, Notaufnahme: überall Zuzahlungen
- Zahnbehandlungen für Erwachsene grundsätzlich privat zu bezahlen
- Frikort-Zähler startet jedes Kalenderjahr bei null
- Eine IPMI kann Zuzahlungen je nach Tarif vollständig übernehmen