Das kosovarische Gesundheitssystem ist chronisch unterfinanziert. Die öffentlichen Gesundheitsausgaben lagen laut BAMF-Daten bei nur rund 2,9 Prozent des BIP – die Pro-Kopf-Ausgaben bei insgesamt etwa 70 Euro, davon lediglich rund 35 Euro aus öffentlichen Mitteln. Zum Vergleich: Deutschland gibt pro Kopf ein Vielfaches davon aus.
Zwar ist medizinische Grundversorgung formal kostenlos zugänglich, doch die Realität sieht anders aus: Diagnostische Untersuchungen, Medikamente und spezialisierte Behandlungen werden regelmäßig als Eigenbeteiligung in Rechnung gestellt – unabhängig davon, ob es sich um Einheimische oder Expats handelt.
Eine flächendeckende gesetzliche Krankenversicherung, wie sie in Deutschland selbstverständlich ist, existiert im Kosovo schlicht nicht. Wer ohne private Absicherung krank wird, trägt alle Kosten selbst – und bei einem stationären Aufenthalt, einer Operation oder einem Rücktransport können diese sehr schnell auf mehrere zehntausend Euro ansteigen.